World of Warcraft

Entwickler: Blizzard Entertainment
Publisher: Activision Blizzard
Release: 23. November 2004
Plattform: PC
Genre: MMORPG
2. Genre: Rollenspiel
Grafik-API: DirectX 9.0c
Engine: WC3

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Mit World of Warcraft startete im Jahr 2004 ein Videospiel, das den Grundstein für den heutigen Erfolg vieler MMORPGs legte. Was habe ich mich damals gefreut als endlich wieder ein Spiel im Warcraft-Universum herauskam. Denn nun konnte ich endlich eine Welt, welche ich bereits in Warcraft III kennenlernen durfte, aus der Third-Person-Perspektive meines eigenen Charakters erkunden und betrachten. Damals war World of Warcraft das erste Spiel, das ich von meinem damaligen Auszubildendengehalt gekauft hatte.  Nun rund 14 Jahre später denke ich, dass es endlich an der Zeit wäre, dieses Schwergewicht nochmals unter einen Prüfstand zu stellen und zu erklären, was den Reiz an diesem Spiel, der Classic Version, ausmachte. Wir werden für diesen Testbericht auf einem privaten Server spielen, da es World of Warcraft Classic offiziell nicht mehr gibt und auch von Seiten des Entwicklers Blizzard keine Server mehr zur Verfügung gestellt werden.

Bildquelle: quirkilicious.deviantart.com

In World of Warcraft haben wir die Auswahl zwischen zwei sich bekriegenden Fraktionen, der Allianz auf der einen und Die wilde Horde auf der anderen Seite. Insgesamt dürfen wir aus 8 unterschiedlichen Rassen unseren Charakter erstellen. Dies sind unter anderem Die Menschen, Zwerge, Nachtelfen und Gnome auf der Allianz Seite während wir auf Seite der Horde zwischen Ork, Troll, Tauren und Untoten wählen können. Wir entscheiden uns für die Allianz und nehmen einen männlichen Nachtelfen. Jetzt ist es an der Zeit eine Klasse für unser Schlitzohr fest zu legen. Hierbei haben wir die Auswahl zwischen Krieger, Paladin (nicht für Nachtelfen), Jäger, Schurke, Druiden, Priester, Schamane (nur Hordenseite), Hexenmeister (nicht für Nachtelfen) und Magier (ebenfalls nicht für Nachtelfen spielbar).

Für unseren Elfen scheint mir der Krieger am spaßigsten zu sein. Also werfen wir uns den Gefahren Azeroths in der Haut eines Keulen schwingenden, wilden, naturverbundenen Elfen entgegen. Unser Start ist eine vom Festland abgelegene Insel auf der wir bis zur Stufe 10 unsere Sporen verdienen werden. Die zu erlernenden Fähigkeiten unseres Charakters setzen wir im Gegensatz zu den meisten anderen Klassen mithilfe von Wut punkten um. Diese Energie besteht nicht aus einem Vorrat aus dem wir schöpfen können, wie etwa Mana, sondern muss mittels kämpfen aufgebaut werden. Mit jedem erhaltenen Wut Punkt können wir unsere unterschiedlichen Fertigkeiten effektiv einsetzen. Beim erreichen der Stufe 10 steht uns zudem der Talentbaum offen. Dieser ist in drei Sparten: Berserker, Waffen und Verteidigung gegliedert. Im Berserker Baum können wir einen mächtigen Kämpfer gestalten während der Waffen Krieger ein Spezialist in der Handhabung unterschiedlichster Waffengattungen ist. Der letzte Baum lässt unseren Charakter den Weg des Tanks beschreiten. Tanks sind in World of Warcraft Kämpfer die mittels Aggro die Gegner an sich binden und somit schwächere Spieler vor deren Schaden schützen. In der Regel kämpft der Tank mit Einhandwaffe und Schild. Tanks sind vor allem im Spiel bei den Instanzen gefragt. In diesen speziellen Bereichen warten Bosse, Quests und besonders starke Elite Gegner auf uns als Spieler. Da die Elitefeinde sehr viel einstecken und vor allem austeilen können benötigt eine Instanz Gruppe, in der Regel bestehend aus 5 Spielern, einen Tank sowie einen Heiler. Der Rest der Truppe besteht aus Damage Dealer (abgekürzt DD). Für unseren Nachtelfen wählen wir den Weg des Verteidigers. Es wird uns genug Gelegenheit verschaffen in Gruppen für Instanzen aufgenommen zu werden.

Haben wir alle Quests (Aufgaben) und die Stufe 10 erreicht geht es mittels Fluggreif per Schnelltaxi auch gleich zum Festland wo wir an der Dunkelküste weiter leveln werden. Mit steigender Stufe und den damit einhergehenden neuen Gebieten fallen mir auch gleich die sehr langen Laufwege auf, die wir nehmen müssen um zwischen den verschiedenen Städten und Kasernen reisen zu können. Mit genug Silber in der Tasche können wir selbstverständlich auch den Reiseweg via Greif beschleunigen und anbei einige hübsche Sehenswürdigkeiten der Landschaft aus der Luft begutachten. Doch dafür fehlt meinen Elfen das nötige Kleingeld. Denn ich habe mich für einen Beruf entschieden um unseren Krieger auch gleich passende Ausrüstung herstellen zu können das verschlingt Geld. Dazu wurde ich Schmied und Bergbauer. Andere Berufe wie Lederer, Kürschner oder Schneider sind für einen Ketten tragenden Nahkämpfer eher ungeeignet. Bis zur Stufe 40 heißt es für uns erstmal dann wohl weiter umher marschieren bis wir das Gold für unser erstes Reittier ( einen weißen Tiger ) zusammengekratzt haben. Mit dem Reitgefährten ist das Reisen gleich mal viel angenehmer. Mit dem Bodentier erreichen wir eine höhere Geschwindigkeit als zu Fuss. Wenn jedoch uns Gegner öfters treffen und wir dadurch kritischen Schaden erleiden können wir auch ganz schnell von unserem Reittier herunter geworfen werden. Sollte das passieren hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen auf unser Tier, wir behalten es immer.

In World of Warcraft gibt es verschiedene Gegenstände und Ausrüstungen die farblich voneinander unterschieden werden. Graue oder Weiße Items stehen für einen minderwertigen Wert und sind meistens dazu geeignet ein paar Kupfer oder Silberlinge zu verdienen indem man sie verkauft. Grüne Gegenstände geben immer einen Attributbonus, diese Items zählen zur Standard Ausrüstung im Gegensatz dazu findet man Rare ( Blaue ) Waffen und Rüstungen meistens in Instanzen bei Bossen oder durch Glück auch bei normalen Gegnern. Die letzten epischen ( Lila ) Items gibt es zu 80% nur bei Raid Instanzen. Bei einem Raid besteht die Instanz Gruppe aus 20 bis 40 Spielern. Raids sind der End Content von WoW und finden nur im letzten Level 60 statt. Raid Bosse zeichnen sich besonders durch ihre hochskalierte Größe und den starken Attacken aus . Besondere Vertreter dieser Art sind der Fürst der Feuerelementare, Ragnaros, sowie der heimtückische wahnsinnige schwarze Drache Nefarian. Beide Gegner findet man nur in den Schwierigsten Raid Instanzen geschmolzener Kern und Pechschwingen Hort. Bei den weiter oben erwähnten epischen Items gibt es auch Set Gegenstände die, sollte man ein Set vollständig haben, sich ergänzen und sogar Charakter Fähigkeiten verbessern können. Die Sets, namentlich auch Tier Set genannt, sind immer für eine Klasse zugeordnet. So kann unser Krieger zum Beispiel kein Magier Set tragen. Beim erreichen der Stufe 60 gibt es auch neue Reittiere zum erwerben. Diese epischen und optischen sehr aufgemotzten Modelle erhöhen das Lauftempo um ganze 100%. Dementsprechend sind diese Tiere auch sehr Kostenintensiv und müssen durch Monate langes Gold farmen erwirtschaftet werden. Fernab dieser Möglichkeit durch Raids besonders starke Ausrüstung zu erhalten gibt es noch den PvP ( Spieler gegen Spieler ) Modus. Was wäre Warcraft ohne den ewigen Konflikt zwischen Horde und Allianz ? Im PvP gibt es bis zu 14 Rangstufen die erspielt werden können. Dies können wir durch Open World Raids zB. Auf Städte der jeweils anderen Fraktion erreichen oder wir besuchen die Schlachtfelder welche eigene PvP Areale untergliedert in Instanzen sind. Bei diesen Instanzen stehen uns die Warsong Schlucht, Das Arathi-Becken und das Alteractal zur Verfügung. Alle drei Gebiete unterscheiden sich in der Zielsetzung für die Spieler. Im Warsong Gebiet spielen wir einen Capture the Flag Modus, Im Becken müssen wir Sägewerke, Farmen und Minen besetzen um so Punkte zu sammeln und im Tal ist es ein Kriegsspiel von 40 gegen 40 Spielern wobei die Fraktion gewinnt welche den feindlichen Feldmarschall besiegt. Beides ,40 Mann Raids sowie der PvP Modus sind sehr Zeitintensiv und fordern von uns als Spieler eine Menge ab. Ohne eine eng zusammenarbeitende Gilde erreicht man bei beiden Fällen so gut wie gar nichts. 40 Spieler dazu zu bringen erfolgreich Bosse und Elite Gegner zu besiegen fordert viel Planung und soziale Koordination ab. Doch wenn man es schafft erfolgreich zusammen zu spielen macht der End Content umso mehr Spass.

Wie bei bereits beim Vorgänger, dem Strategie Spiel Warcraft III Frozen Throne, setzt auch das MMORPG World of Warcraft grafisch auf einen bunten Comicstil. Die Figuren besitzen sehr wenig Polygone und Detailtiefe was ein Spielen auch auf einen 1,3 Ghz Pentium mit einer Geforce 4 Ti sowie 512 MB Arbeitsspeicher ermöglicht. Die Darstellung von Wasser wird im Spiel ohne, für damalige Verhältnisse öfter eingesetzte, Spiegelung angezeigt. Bei den Texturen hielt sich Entwickler Blizzard ebenfalls sehr zurück. Nahe zu alle Texturen bestehen aus Handgemalten grafischen Darstellungen das man ihnen auch ansieht. Um das Spiel für möglichst viele Spieler auch mit eher schlechten Rechnern spielbar zu machen wurde auf dynamische Schatten verzichtet und man hat anstatt eines dem Stand der Sonne korrekt dargestellten Schatten nur einen weich gezeichneten schwarzen Punkt unter den Charakteren. Das GUI ist hübsch aufbereitet und bereichert das Interface mit zahlreichen gezeichneten Symbolen von denen manche schon in Frozen Throne eingesetzt wurden. Das Wettersystem zeigt besonders bei Witterungen wie Nebel oder Schnee sich von seiner schönsten Seite. Zwar verzichtet Blizzard auch hier auf all zu aufgeladene Effekte aber die Beleuchtungen und Lichtpunkte sind sehr gut gesetzt und lassen die Landschaften sehr schön erscheinen. Hin und wieder gibt es einige Grafik Bugs wie etwa beim Reiten wenn eingesteckte Schwerter oder Äxte in das Reittier ragen oder Äste den Charakter durchbohren wenn man an einem Baum vorbei reitet. Nostalgische Warcraft Gefühle erwachen dann wenn man durch die Ruinen von Lordaeron schreitet um die Hauptstadt der Untoten zu besuchen oder das eindrucksvolle Sturmwind betritt. Die Entwickler haben sich besonders viel Mühe darin gegeben bekanntes aus anderen Warcraft Spielen grafisch aufgewerteter in WoW in Szene wieder zu geben. Das fängt bei Gegnern wie etwa Gnollen an und hört bei Ortschaften und Gebirgen auf.

Mein Fazit:

Nach so langer Zeit mal wieder die Festplatte drehen zu lassen und das in die Jahre gekommene WoW Classic wieder zu spielen ließ einige alte Gefühle und Erinnerungen in mir aufwecken. Es ist nun mal ein ganz anderes Spiel als die heutige Version von World of Warcraft. Vieles ist komplizierter und anstrengender. So fällt der Gruppen Finder für das Suchen von Instanz Mitspielern komplett weg und das Reisen ist vor allem von Stufe 1 bis 40 eine Heiden Qual. Possitiv muss ich anmerken dass das Spiel doch wesentlich sozialer abläuft als es im heutigen Zustand der Fall ist. Man muss sich mit seinen Mitspielern schon ordentlich koordinieren und Absprachen in Gilden halten um vor allem im End Content des Spiels Aufgaben meistern zu können. Das Klassensystem ist sehr individuell auf die jeweiligen Klassen zugeschnitten auch das ist in der modernen Version des Spiels eher eine Ausnahme wo alle Klassen fast die selben Funktionen besitzen. Die Aufteilung von Paladinen und Schamanen in die Fraktionen gibt vor allen diesen beiden Klassen eine sehr einzigartige Rolle als Hybriden. Trotz der vielen sozialen Kompetenzen und der individualisierten Klassen bleibt Classic WoW ein Zeitfresser. Als Schüler oder Auszubildender ein interessantes Spiel aber wenn es dann doch Richtung Beruf und Studium geht kann ich von diesem Spiel nur abraten. In der Classic Version des Privat Servers auf dem ich gespielt hatte konnte ich zwar das max Level erreichen aber der End Content blieb mir zum größten Teil verwehrt. Dafür fehlte mir einfach die Zeit und es gibt wichtigere Dinge für mich als WoW zu zocken. Trotz allem erreicht das Spiel bei mir ein sehr gutes Testergebnis. Nicht umsonst war im Jahr 2004 World of Warcraft das erste MMO welches die breite Masse erreichte.

viele Klassen und Rassen sehr lange Laufwege
verschiedene Berufe Zeitfresser
schöne Comicgrafik wenig Polygone, schwache Detailtiefe
interessanter End Content
PvP Modus
Große offene Welt

8 /10

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Bewertung: 5.0/5 (3)
Retro-Check: World of Warcraft, 5.0 out of 5 based on 3 ratings
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von Dominik am 18. Februar 2018.
Dominik ist hier das Urgestein schlechthin. Natürlich nicht wegen seines Alters, aber er ist beinahe seit Gründung von REPLAYING.de an Board und bereichert regelmäßig mit zahlreichen Inhalten! Dominik kümmert sich dabei vorwiegend um Indie-Spiele. Er hat 245 Artikel geschrieben.

Artikel aus Retro, Testberichte. Der Artikel wurde 3.403 mal geklickt.

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Kommentare (4) zu Retro-Check: World of Warcraft

  • Dominik sagte am 20.02.2018 um 15:42:56

      Jetzt hab ich dir ausversehen einen Daumen nach unten gegeben sorry wollte eigentlich ein like machen scheiss smartphone xD Ich stimme dir in allen punkten zu das was Blizzard aus dem Spiel gemacht hat ist einfach zum kotzen. Ich hatte letztes Jahr mal Legion angefangen und bereue dafür Geld ausgegeben zu haben mit Classic oder BC hat das gar nix mehr zu tun. Wir die WoW damals groß gemacht haben schauen einfach nur noch in die Röhre. Letztes gutes addon war meiner Meinung nach Wotlk danach kann man das Spiel nur noch in die Tonne treten…

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  • DrHenryJonesJr sagte am 20.02.2018 um 13:36:50

      Eines der Spiele, wo ich die damalige Bindung auch lange danach noch etwas fühlen kann. Ich weiß es klingt seltsam, da es ja „nur“ ein Spiel war bzw. ist, aber jeder der das Spiel mit Herz gespielt hat weiß, was jedem Spieler sein Charakter „bedeutet“ hat.

      Spieler der ersten Stunde war ich !leider! nicht, bin erst mit BC eingestiegen und habe bis MOP weitergespielt.
      Zu WotLk war ich teils „progressive Raiden“ und massiv am Erfolge sammeln, sowie am PvP spielen.
      Das waren Zeiten als wir endlich unsere Frostwyrms aus ICC 10er u. 25er spielen durften. Zu MOP Zeiten habe ich dann nur noch achgelevelt und geskillt.

      Der Dungeonfinder hat den Anfang gemacht (prinzipiell ja cool gedacht, aber er öffnete Tür und Tor für Ninja Looter und Gammel Gamer -> die Zeitsperre bei Verlassen und das angepasste Würfelsystem machten es später nicht besser), spätestens aber mit dem Schlachtzugsbrowser und (Gammel-)Epic für jedermann, hat Blizzard mir den Spaß dann endgültig versaut.
      Ein „gepflegter“ und geformter Charakter war etwas Besonders, wenn das plötzlich auch jeder Casual Gamer hinterhergeworfen oder mit wesentlich weniger Aufwand ebenfalls bekommt,… verliert die viele Arbeit einfach an Wert.
      Hatte im Grunde alle Klassen auf Allianz Seite, bevorzugt Mensch, insofern die Kombination dies zulies auf dem PvE Sever Baelgun (Verhältnis Allianz / Horde – etwa 5/1)
      Schweren Herzens ging dann vor 2 Jahren ein signierter Brief an Blizzard Frankreich,… um die Geschichte unwiederbringlich zu beenden. Schmerzt teilweise heute noch. Aber war für mich eine schöne Zeit, nur als zweifacher Familienvater, hätte ich diese jetzt ohnehin nicht mehr.
      Ich würde mir die Classic Zeit zurückwünschen und wünschte ebenfalls, ich könnte daran teilhaben.

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  • Dominik sagte am 19.02.2018 um 14:11:36

      Ja war damals total angetan von dem Spiel. WoW war meine erste Erfahrung mit MMO’s. Gab kurz nach release auch einen haufen Klone die aber nie an WoW heran kamen.

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  • Malte sagte am 18.02.2018 um 15:40:07

      Nie gespielt, vollkommen an mir vorbeigegangen, aber interessant, deine Sicht der Dinge auf das Spiel zu erfahren! 👍

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