System Shock 2




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„Sch-schau dich an, H-h-hacker. Ei-ei-eine erbärmliche Kreatur aus Fleisch und Knochen, die keu-keuchend und schwitzend durch meine Korridore rennt. Wie kannst du eine p-perfekte, unsterbliche Maschine herausfordern?“

So und nicht anders beginnt ein Spiel, welches in manchen Kreisen gar keiner Vorstellung mehr bedarf: SYSTEM SHOCK 2. Wieso denn jetzt bitte direkt den zweiten Teil vorstellen? Nun ja, das hätte den einfachen Grund, dass GOG diesen zuletzt initial herausgebracht hatte. Leider noch nicht den ersten Teil (Betonung liegt hier aber höchstwahrscheinlich eben auf “noch”). Ursprünglich mitunter durch Warren Spector entwickelt, welchem wir auch das großartige “Deus Ex” zu verdanken haben, beschreibt “System Shock” eine düstere Welt geprägt von “Cyberpunk”-Elementen und gilt noch heute als äußerst atmosphärisches, tiefgehendes Erlebnis. Leider jedoch ist die Lizenz dieses wundervollen Werkes der digitalen Spielekultur stark verzweigt: Die ursprüngliche Firma Looking Glass ist längst nicht mehr existent und das Namensrecht liegt bei Electronic Arts. Die beteiligte Firma Irrational Games (“Bioshock”-Reihe) ist inzwischen ein Tochterunternehmen von 2K Games. Insgesamt also sehr viele Teilnehmer an der Lizenz und daher nicht ganz so einfach erhältlich! Der Titel geisterte auch sehr lange Zeit auf der Community-Wishlist von GOG herum bis nun am 14. Februar 2013 ein denkwürdiger Tag für all die bestehenden und noch werdenden Fans war: “System Shock 2” erhältlich über GOG.com und damit auch die Rückkehr in SHODANs düstere Welt. Daher auch ein guter Anlass nun nach einigen Tagen ein Review dieses Meilensteins der Spielegeschichte zu schreiben, selbst wenn GameStar dies schon in einem Retro-Video auch vorgestellt hat. Vielleicht kann man aber aus der Sicht eines Fans noch etwas mehr vermitteln? Wer weiß, ich würde sagen, dass entscheiden wir zusammen in dem nun folgenden Text und den Kommentaren.

Inhalt

“System Shock 2” erzählt seine Handlung im Jahre 2114. Ort der Handlung ist das überlichtschnelle Raumschiff Von Braun. Der Spieler wacht in einer kryogenen Schlafkammer auf, ausgerüstet mit kybernetischen Implantaten. Jedoch fehlt es ihm selbst an Erinnerungen was denn wirklich geschehen. Denn vor ihm steht kein Mitglied der Krankenstation zur freundlichen Begrüßung und Pflege. Ganz im Gegenteil sogar: Explosionen, Erschütterungen und der drohende Sog in die Unendlichkeit des Weltalls erwarten uns, sofern wir nicht schnellstmöglichst die Beine in die Hand nehmen und einen Ausweg finden wie uns über Funk eine hektisch wirkende Dame mitteilt, die sich nur als Dr. Janice Polito vorstellt. Schon allein bei dieser Flucht sollte uns auffallen, dass hier neben dem maroden Zustand des Schiffes selbst auch einige andere Dinge ganz und gar nicht in Ordnung sind. Es hätte ja sein können, dass man uns vergessen hat aufgrund von anderen Problemen wie einem Einschlag durch ein fremdes Objekt. Nun ja: “Fremd” wäre hier das korrekte Wort. Als wir uns dann doch letzten Endes vor der rettenden Schluftschleuse befinden sehen wir durch ein bruchsicheres Fenster ein weibliches Besatzungsmitglied schreiend den Korridor entlang davonrennen. Den Grund erfahren wir nur wenige Sekunden darauf, als ein weiteres Wesen hinter ihr rennend eine Waffe aufrichtet und seltsame Worte in den sonst entvölkert wirkenden Korridor brüllt. Moment, war das jetzt ein Mensch? Zumindest sah dieser so aus, von heftigen Missbildungen einmal abgesehen! Kurz nach der erfolgreichen und dennoch trügerischen Flucht in die sicheren Gefilde der Von Braun erfahren wir, dass fremdartige Anneliden, die sich nun „Die Masse“ nennen, die Besatzung assimiliert und das Schiff übernommen haben. Der Bordcomputer und KI Xerxes ist dem Anschein nach vollkommen in einer Fehlfunktion gefangen wie auch wohl der Rest der mechanischen Einwohner also zum Beispiel Roboter. Aber das ist schlicht nur der Anfang einer düsteren wie auch unheimlichen Reise und auch nur ein kleiner Ausschnitt der schrecklichen Wahrheit, die sich hinter all dem verbirgt. Und wer ist diese Computer-KI “SHODAN”, deren Name wir in vielen Audio-Logs erwähnt finden? “System Shock 2” erzählt seine komplette Handlung in Form von direkt Erlebtem des Spielers, z.B. über die Funksprüche von Dr. Polito als Eine der letzten Überlebenden, und dem Vergangenem in Form der auffindbaren und jederzeit abhörbaren Audio-Logs einzelner Besatzungsmitglieder.

Atmosphäre und Spielmechanik

Das Spiel nutzt die auch aus “Thief – The Dark Project” bekannte Engine und setzt vollends auf Immersion durch die Augen des Protagonisten. Der verwöhnte Spieler aus dem Jahre 2012 / 2013 wird jetzt rufen: “Holla, das ist aber eine sehr kantige Grafik!” Nun dem kann aber auch entgegnet werden, dass “System Shock 2” weit mehr als das zu bieten hat. Daneben natürlich lässt sich das Spiel auch sehr gut modifizieren und damit aufhübschen, jedoch hierzu komme ich später noch einmal zurück. Von der technischen Seite her bietet das Spiel ähnliche Eigenschaften wie auch die “Thief”-Reihe: Ein dynamisches Musik- und Soundsystem sorgen für deftige Gruselatmosphäre, wenn man einen Gegner nur hören aber nicht sehen kann, und derbe Schockmomente, sobald dieser direkt hinter Einem auftaucht. Hierbei ist “System Shock 2” jedoch nicht so plump wie zum Beispiel “Doom 3” und lässt die Gegner einfach irgendwo erscheinen. Das Team von Looking Glass und Irrational Games haben sich interessante Methodiken einfallen lassen, so dass ein Gegner auch gern aus der zuvor passierten Luftschleuse hinter dem Spieler her hechtet. Vor allem als “Hybriden” bezeichneten Opfer der annelidischen Kreaturen sind hier nicht wirklich zimperlich. Es mag sein, dass die Grafik zunächst abschreckend wirkt im Jahre 2013. Dennoch ist die Atmosphäre ungeschlagen und kann selbst den sog. Kino-Inszenierungen so mancher Neu-Erscheinungen in den letzten Tagen etwas vormachen. Nachfolgend ein musikalisches Intermezzo, untermalt mit Original-Aufnahmen und Sounds, welche auch so im Spiel vorzufinden sind:

Wie zuvor gesagt erlebt man das Spiel zur Gänze aus der ICH-Perspektive. Hier bietet sich dann auch einr vollumfänglichr Oberfläche an. “System Shock 2” setzt hier auf starke Rollenspiel-Systeme und -Eigenheiten wie einem Inventar. So können auch kybernetische Module als eine Art Punktesystem dazu verwendet werden Fertigkeiten zu erlernen oder auszubauen: Man kann als brachialer Waffennarr durch die Korridore rennen, allerdings dürfte man hier dann so seine lieben Schwierigkeiten mit dem Sicherheitssystem haben, welches durch den wahnsinnig gewordenen Schiffscomputer Xerxes gesteuert wird und bei Sichtung den Alarm auslöst, der dann folgerichtig die nächsten Kreaturen und Gegner lockt. Vor allem auch, da Munition ein rares Gut ist und die Waffen einer Abnutzung unterlegen sind. Also sollte man vielleicht doch etwas mehr machen als sich nur auf “Waffen” zu konzentrieren. Reperaturfertigkeiten wären nicht verkehrt, Modifikationen der Datenbanken der zwischendurch auffindbaren Automaten für Essensrationen, Hackmöglichkeiten für das Sicherheitsnetz, um vielleicht den Kameras zwischendurch ausweichen zu können oder diese vollends zu deaktivieren respektive zerstören. Die Liste ist sehr lang. Grundlegend unterteilt der Spieler sich in seiner Auswahl zu Beginn in drei Klassen:

– Marine (höhere Affinität für Waffen und Stärke)
– Navy (verbesserte Hackfertigkeiten, Forschung und Wissenschaft)
– O.S.A. Agent (direkteres Erlernen psionischer Fähigkeiten)

Im darauffolgenden Tutorial können diese in einer Ausbildung noch weiter verfeinert werden. Damit kann dann zum Beispiel der “Marine” auch weitere Forschungspunkte erwerben und seine Fertigkeiten dahingehend erweitern. Es gibt im Internet unzählige “Guides” und “Vorschläge für die optimale Klasse”. Aber ich würde sagen: Das probiert man am Besten selbst für seine Spielweise aus. Nachfolgend eine mögliche Spielweise wie auch ein Gesamteindruck von “System Shock 2”:

Grafik und Sound

Wie zuvor erwähnt teilen sich die Spiele “Thief” und “System Shock 2” das gleiche Engine-Grundgerüst: Die DARK-Engine. Ihr Alter ist unverkennbar und dennoch schafft diese Engine etwas was selbst modernste Derivate der “Unreal”-Technik so manches Mal nicht hinbekommen. Dies liegt aber auch am Talent der Designer und Entwickler vor dem Bildschirm, die uns hier ein wahres Kunstwerk geschenkt haben. Für das Spiel wurde das technische Grundgerüst damals auch stark erweitert, um farbige Lichtquellen zum Beispiel zu ermöglichen. Es ist zwar ein “Good Old Game”, allerdings weiterhin zeitlos. Sound und Grafik lassen sich bisweilen stark modifizieren. Ersterer wäre gar nicht wirklich nötig, denn Musik und Sound sind bei diesem Spiel allem Zweifel tatsächlich erhaben!

Modifkationen

Hat “System Shock 2” wirklich Modifikationen nötig? Ja und nein. Das hängt ganz davon ab was man konkret haben möchte. Höher aufgelöste Texturen? Verbesserte Charaktermodelle? Das ist ohne große Schwierigkeiten möglich. Ebenso kann man aber auch weiter ins Detail abtauchen. Hier sei erwähnt, dass sämtliche Resource-Dateien schlicht über ein Packprogramm der persönlichen Wahl geöffnet werden können. So kann man alle CRF-Dateien durchforsten und auf den Spuren der Entwickler wandeln!
Für alleinige Grafikverbesserungen wären zwei Modifikationen absolut zu empfehlen:

SHTUP
Dieses Paket verbessert viele Texturen im Spiel und ersetzt diese auch durch höher aufgelöste Versionen.
http://www.shtupmod.net/

REBIRTH
Mit diesem Paket werden die Charaktermodelle hinsichtlich ihrem Aussehen stark verbessert.
http://www.systemshock.org/inde x.php/topic,8.0.html

Vor allen Modifikationen sollte man sich allerdings noch dem SS2Tool zuwenden (http://www.systemshock.org/inde x.php?topic=392.0). Hierdurch werden notwendige Verbesserungen aufgespielt und die Verzeichnisstruktur der “System Shock 2”-Installation für das Modifizieren vorbereitet.

Resümee

Eine wahre Perle hat man uns hier zugänglich gemacht. “System Shock 2” war und ist natürlich auch weiterhin über ebay zum Beispiel erhältlich, jedoch hat das Spiel inzwischen nebst der Zeit auch einen Sammlerwert auf dem Buckel. Und wer die Originalverpackung sein Eigen nennen möchte muss wohl auch inzwischen einen sehr stolzen Preis bezahlen. Jedoch auch dieser wäre gerechtfertigt. Ganz davon ab: GOG bietet massig Zusatzmaterial. So findet man dort auch die Original-Soundtrack in den Formaten FLAC oder MP3, Konzeptzeichnungen, Interviews und Entwurfsdokumente.
Das Spiel ist in der Tat zeitlos: Es charakterisiert die Urängste des Menschen. Allein, verlassen und auf sich gestellt muss man sich in der Gestalt des namenlosen Helden einen Weg durch diese unwirkiche Umgebung suchen, ohne Wissen was konkret geschehen ist. Dies offenbart das Spiel in seiner Handlung erst nur langsam, fast schon widerwillig. Aber gerade das ist der Reiz! Zugleich hebt das Spiel schon fast unterschwellig den Finger, denn es führt uns direkt vor Augen was durch eine Computer-KI und technische Entfremdung geschehen kann. Natürlich in dieser Form absolut überspitzt: Man hat sich auf das perfekte Schiff Von Braun verlassen und trotzdem drang etwas Fremdes, Bedrohliches ein. All die Technik konnte die Menschen nun nicht schützen und ist sogar nun auch ihr Feind, denn die durchgedrehten Andoiden und Roboter wenden sich mitunter gegen ihre Schöpfer im Dienste der “Masse”. Gerade die Kommentare SHODANs und ihrem steten Hinweis auf den Imperfekt des “Fleisches” wie auch dem Kontrast der Masse, die das “Fleisch” als ihr Ein und Alles bezeichnet, machen das Spiel zu weit mehr als nur einem Vergnügen für Zwischendurch. Der Konflikt wird immer wieder thematisiert und findet am Schluss der Handlung in der jeweiligen Entscheidung des Spielers ihren Höhepunkt. Kann sich denn der Spieler frei entscheiden? Das verrate ich an dieser Stelle nicht und gebe nur den Hinweis, dass “System Shock 2” auch etwas Kopfarbeit abverlangt wie auch eben besagtes “Kopfkino” verursacht. Hat das Spiel wie der Roboter jetzt einen Kunden vertrieben und muss demontiert oder degradiert werden? Entscheidet selbst und lasst euch von SHODAN verzaubern und erschrecken zugleich!

9 /10

Link zur GOG-Gamecard “System Shock 2”

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Bewertung: 5.0/5 (4)
System Shock 2 im Retro-Test (Review), 5.0 out of 5 based on 4 ratings

Profilbild von throgh von throgh am 28.Februar 2013   System Shock 2, Testberichte in der Datenbank! « 4.051 Klicks

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    2 Kommentare zu System Shock 2 im Retro-Test (Review)

  • Profilbild von Malte
    Malte sagte am 18.02.2014 um 21:24:04

      Und einer der besten (Retro-)Testberichte auf dieser Seite. :D

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  • Profilbild von DoktorTrask
    DoktorTrask sagte am 18.02.2014 um 05:46:18

      Eines der besten Spiele aller Zeiten für den PC und dank gog endlich wieder spielbar auf modernen Rechnern.

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