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Seit Age of Empires 2 durch die Entwickler vom Forgotten Empires Team erst durch den gleichnamigen Mod, dann das DLC für die HD-Edition neues Leben eingehaucht haben scheint die „normale“ Version von Age of Empires 2: The Conquerors in den Hintergrund gerückt zu sein: neue Inhalte werden lediglich für die HD-Edition geliefert, sowie alte Probleme per Patch beseitigt. Wie gut, dass es da trotzdem noch Mods für AoC gibt, welche vom Umfang her schon ein eigenständiges Addon sein könnten, so wie der Portuguese Civ Mod II (oder auch PCM2), welcher von danielpereira mithilfe aus der Community erstellt wurde. Veröffentlicht wurde der Mod in seiner aktuellsten Version 2015.

Das wichtigste in Kürze

PCM2 setzt Age of Empires 2: The Conquerors voraus und wird in den Conquerors-Ordner kopiert. Dabei überschreibt PCM2 keine vorhandenen Spieldateien sondern ist parallel zum Addon installiert. Der Mod ist komplett in Englisch!

Der Mod in seiner momentanen Version bietet:

  • 5 neue Völker (Portugiesen, Berber, Moors, Aragonesen, Navarresen)
  • Ein neues Zeitalter (Die Renaissance)
  • Neue Gebäudetypen (Handelsposten, Taverne, Banken, Feuertürme)
  • Neue Einheiten (Mörser, Dragoons, Flammenwerfer, …)
  • Seemauern, Seetürme und Seetore
  • Ein neuer Rohstoff (Erfahrung)
  • Helden und Royal Guards
  • Weltwunderboni
  • Supporteinheiten
  • Ein neuer Späher
  • Ungenutzte Funktionen aus der AoE 2 Alpha (Automatisches Einlagern der Rohstoffe bei Knopfdruck)
  • Bevölkerungsgrenze auf maximal 1500 angehoben
  • Kostenlose Kartographie, wird automatisch mit Feudalzeit entwickelt
  • Bürgerwehr

Viel neuer Inhalt also für ein mittlerweile 18 Jahre altes Spiel. Wie sich der Mod spielen lässt? Finden wirs heraus.

Die neuen Völker mit Unterstützung

Der Mod bringt gleich fünf neue Völker mit ins Spiel, welche abgesehen von den Berbern allesamt von der iberischen Halbinsel stammen. Die bereits im Spiel eingebauten Spanier wurden zugunste der historischen Korrektheit zu den Kastillianern umbenannt. Jedes der neuen Völker kommt mit eigenen Boni für sich und fürs Team, sowie Spezialeinheit und Supporteinheit her. Supporteinheiten sind im Grunde ebenfalls Spezialeinheiten, welche aber mit dem ganzen Team geteilt werden, so wie z.B. die Condottiere der Italiener aus der HD-Edition. Dabei haben nicht nur die neuen Völker Supporteinheiten, die bereits aus Hauptspiel und Erweiterung vorhandenen wurden auch mit welchen ausgerüstet. Supporteinheiten sind z.B. Flammenwerfer (Chinesen) oder der mit Pfeil und Bogen bewaffnete Händler der Navarresen. Diese stehen allen im Team befindlichen Spielern zur Verfügung. Erschaffen werden die Supporteinheiten an allen Möglichen Orten, der Flammenwerfer wird beispielsweise in der Waffenschmiede hergestellt.

Der neue Späher und die Bürgerwehr

PCM2 bringt einen neuen Späher mit, welcher anders als der gewöhnliche Späher lediglich für das Erkunden der Karte geeignet ist. Dabei lässt sich per neuer Funktion ein Befehl erteilen, bei dem der Späher alles Unbekannte, auf das geklickt wurde, erkundet. Der neue Späher nutzt zum Teil Sprites von bereits vorhandenen Einheiten wie dem gepanzerten Reiter der Byzantiner.

Der Feind greift an und man ist schon fast am Ende? Zeit für einen verzweifelten Gegenschlag. Neu durch PCM2 ist die Bürgerwehr, die sich im Dorfzentrum erschaffen lässt. Diese besteht aus wenigen Dorfbewohnern, deren einziger Zweck der Kampf ist. Jene Dorfbewohner sind etwas stärker als normale Dorfbewohner, ihnen wird aber kontinuierlich Lebenspunkte abgezogen. Die Bürgerwehr lässt sich nur ein einziges Mal einsetzen, der Zeitpunkt sollte also richtig gewählt sein.

Unerfahren oder Erfahren?

PCM2 führt Erfahrung als neuen Rohstoff in Age of Empires 2 ein. Erfahrung lässt sich durch das Bauen militärischer Gebäude, Erforschen von Technologien, Töten von Feinden und Niederreisen von gegnerischen Gebäuden sammeln. Gesammelte Erfahrung kann in Supporteinheiten, welche alle einen gewissen Anteil an Erfahrung kosten, Erforschen von Technologien des Handelspostens oder Anfordern von neuen Rohstoffen invenstieren. Das einzige Gebäude, welches Erfahrung kostet, ist der neu dazugekommene Flammenturm.

Damit kommen wir zum Handelsposten: war dieser bisher nur ein Szenarioobjekt im Editor ohne Funktion kann man ihn nun in der Feudalzeit bauen und hat neben etwas schwächeren Einheiten (welche als Kannonenfutter geeignet sind) auch Technologien und Rohstoffe im Angebot. Eine Technologie ermöglicht z.B. das Farmen 55 anstelle der üblichen 60 Holz kosten und Farmer dafür schneller arbeiten. Der Belagerungsturm aus The Forgotten ist ebenfalls dabei, sowie die Grapeshot Gun, welche wie eine Schrotflinte wirkt. Gesammelte Erfahrung lässt sich aber auch in Rohstoffe stecken, wenn mal das Gold für den Kauf von neuen Rohstoffen beim Marktplatz nicht reichen sollte. Die Preise der Rohstoffe beim Handelsposten sind fix und richten sich nach ihrer Wichtigkeit. Steine sind mit 1100 Erfahrungspunkten am teuersten. Sinnvoll, da ansonsten dem Bau von unendlich vielen Burgen nichts im Weg stünde und die Balance darunter leidet. Das Rohstoffanfordern begünstigt zudem Materialschlachten, bei denen meist der Spieler mit dem größeren Siegeswillen und der größeren Armee gewinnt. Typische Partien mit 8 Spielern können je nach Fähigkeit aller Beteiligten und auch der KI zwischen 2-6 Ingamestunden dauern.

Seit Attila gesucht und nun endlich gefunden: Seetore

Ein Gebäude, welches seit der Attila-Kampagne aus AoC gefordert wurde, ist mit PCM2 dazugekommen: Seetore! Endlich kann man bei einem Zufallskartenspiel seine eigene Insel mit Toren und Mauern verbarrikadieren und mit Türmen noch zusätzlich absichern. Aber nicht nur das, denn neu sind ebenfalls Bauschiffe, welche Sprites aus dem ersten Age of Empires benutzen und neben dem bereits erwähnten auch Fischstationen mittem im Wasser errichten können, um Fischerschiffen den Weg zwischen dem Fischen und Einlagern des Nahrungsrohstoffs zu verkürzen. Bei den Chinesen können deren Fischerschiffe auch alles bauen, was das Bauschiff zur Verfügung hat. Die Türme, Toren und Mauern lassen sich noch zusätzlich in der Universität in der Ritterzeit aufrüsten.

Käuflich? Oh ja!

Mit der Taverne kommt in der Ritterzeit ein neues Gebäude hinzu. Hier lassen sich je nach Kulturkreis des ausgewählten Volkes verschiedene Einheiten rekrutieren. Europäische Völker (Britten, Teutonen, Franken, …) haben Zugriff auf eher europäische Einheiten, wie dem schweizer Pikenier, dem Kreuzritter oder aus The Forgotten bekannten Einheiten (genuesischer Armbrustschütze, Condotierre). Asiatische Völker wie die Japaner oder Chinesen haben unter anderem Zugriff auf den Raketenschützen, dem Feuerspeerwerfer oder Kriegshunde,  die die selben Sprites wie Wölfe benutzen. Eine sehr sinnvolle Neuerung, wie ich finde, welche aber so wie beim Handelsposten auch für Materialschlachten sorgt, da alle Taverneneinheiten nur Gold kosten. Der Raketenschütze kostet z.B. 100 Gold.

Die Welt der (Welt-)Wunder

Ein neues Feature, welches erst dann so richtig zur Geltung kommt, wenn man als Siegbedingung „Eroberung“ einstellt, sind die Weltwunderboni. Normalerweise sind Weltwunder dafür bekannt bei den Spielern für Hass und Verärgerung zu sorgen, wenn mal ein Mitspieler sich seinen Sieg durch ein Weltwunder erkaufen will. Bei PCM2 haben diese, wenn sie mal fertiggestellt sind, zusätzliche Boni, welche mehr oder weniger Überstark sind und das Balancing etwas leiden lassen. So erhalten z.B. die Gebäude der Byzantiner +50% Lebenspunkte, was einen vollentwickelten Wall vom HP-Level auf den einer Burg anhebt oder Burgen mit allen Erweiterungen in den Bereich von 12000+ HP rücken. Ein etwas „schwächerer“ Bonus lässt sich bei den Chinesen finden, deren Skorpione +2 Projektile feuert. Es bleibt also dem Spieler überlassen, ob er seine Rohstoffe in den Bau von einem Weltwunder investieren will, da sich Weltwunder bekanntlich sehr langsam bauen lassen.

Auf dieser Seite werden alle Weltwunderboni aufgelistet, die PCM2 mitbringt.

Heldenhaft

Neben der völkerspezifischen Spezialeinheit lassen sich in der Burg Helden, samt Royal Guards erschaffen. Für jedes Volk gibt es nur einen Helden, den man nur ein einziges Mal erschaffen kann. Für die Hunnen ist es beispielsweise Attila. Unterlegt werden Heldeneinheiten mit einem Stern unter ihrer Einheit. Wie auch schon in der Kampagne regenerieren sich die Helden selbstständig und sind etwas stärker als gewöhnliche Einheiten. Royal Guards können zum Schutz der Helden erschaffen werden.

Nach der Imperialzeit gehts weiter

Wem vier Zeitalter langweilig erschienen wird mit PCM2 seine Freude haben: Die Renaissance wurde als fünftes Zeitalter hinzugefügt und setzt neben 1200 Nahrung und 1000 Gold zwei Gebäude der Imperialzeit oder eine Burg voraus. Die fünfte Zeit bringt viele neue Einheiten und die Weiterentwicklung bereits vorhandener Einheiten wie dem leichten Kannonier.

Mit der neuen Zeit kommt auch ein neues Gebäude dazu: die Bank. Von diesem Gebäude lassen sich anfangs nur zwei, mit der Technologie drei Banken bauen. Banken generieren wie Reliquien Gold, müssen aber von Dorfbewohnern abgebaut werden. An einer Bank können mehrere Dorfbewohner arbeiten.

Neu ist auch das breite Angebot an Artillerie. Mörser, Feldkannone, Mehrläufige Kannonen etc. können, sobald man sich in der Renaissance befindet, in der Waffenschmiede gebaut werden. Alle neuen Artillerie-Einheiten benutzen dabei Sprites aus Cossacks. Jede Einheit erfüllt dabei ihren Sinn und Zweck: Haubitzen eignen sich perfekt gegen unbewegliche Ziele, wie etwa Gebäude oder in Position gebrachte Triböke, landen andererseits allerhöchstens Glückstreffer gegen bewegliche Ziele. Die mehrläufige Kannone ist perfekt gegen Infantrie geeignet, während sie bei Gebäuden nichts ausrichtet.

Wanderlust

Age of Empires 2 hat standardmäßig Völker, die auf Wälle und deren befestigte Weiterentwicklung verzichten müssen. Für diese wurde in PCM2 eine Funktion hinzugefügt, mit denen Vöker wie die Goten, Hunnen, Wikinger usw. ihre Militärgebäude (außer Burgen) wie Triböke eingepacken und an jeder x-beliebigen Stelle der Karte wieder aufgebaut werden können. Hier ist aber Vorsicht geboten: Gebäude können beim Wiederaufbau ineinander verkeilen!

Mein Fazit

Es ist Schade, dass dieser Mod doch ziemlich unbekannt ist, trotz vieler sinnvoller Neuerungen. Soviel Inhalt gehört eigentlich in eine offizielle Erweiterung! Besonders genial an PCM2 finde ich die Taverne und den Handelsposten, da diese ein Spiel in die Länge strecken können, ohne das es langweilig wird. Seit 2016 wurde nun auch der Nachfolger PCM3 angekündigt und Devblogs auf der Seite des Modentwicklers machen definitiv Lust auf mehr. Von daher hoffe ich, dass die neue Version so bald wie möglich kommt und kann bis dahin jedem, der noch irgendwo Age of Empires 2 und Erweiterung hat und des Englischen mächtig ist empfehlen, sich diesen Mod anzuschauen, idealerweise mit Freunden. PCM2 kommt zwar mit Standard AI und der eigens für den Mod programmierten Lade Land AI (sehr fordernde KI!) daher, aber am meisten Spaß macht es dann doch, wenn man menschliche Gegner hat, die in ihren Abläufen unberechenbar sind.

Müsste ich PCM2 bewerten, so würde er von mir 5 von 5 Sternen bekommen, da dieser ein tolles neues Spielgefühl zu dem bereits Bekannten hinzufügt.

8 /10

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Bewertung: 4.7/5 (3)
Review: Age of Empires 2 - Portuguese Civ Mod II, 4.7 out of 5 based on 3 ratings


von FloosWorld am 9.November 2017   Artikel aus Testberichte in der Datenbank! « 721 Klicks

🎮 Age of Empires 2


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    3 Kommentare zu Review: Age of Empires 2 – Portuguese Civ Mod II

  • Retro309 sagte am 16.11.2017 um 16:53:09

      Gibt’s zu den neuen Völkern auch History-Einträge?

      VN:F [1.9.22_1171]
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  • ClassicGameingFan sagte am 10.11.2017 um 13:01:09

      Immer gern :)

      VN:F [1.9.22_1171]
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  • Malte sagte am 10.11.2017 um 10:50:00

      Ah, lange nichts gehört und direkt mal so einen feinen Artikel rausgehauen – tolle Arbeit und sehr interessante Mod! 👍

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