GoldenEye: Source

Entwickler: Team GoldenEye
Publisher: Team GoldenEye
Release: 10. Dezember 2010
Plattform: PC
Genre: First-Person-Shooter
2. Genre: Action
Engine: Source Engine 2

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Sein Name ist Bond, James Bond. Er hat die Lizenz zum Töten, die Welt mehrfach gerettet und ist der Pionier der modernen Konsolenshooter. Die Rede ist von GoldenEye 007, dem Spiel zum 1995 erschienenen gleichnamigen Film mit Pierce Brosnan als James Bond. Sowohl Film als auch Spiel gelten als das Beste ihrer Art: der Film als der beste Bond mit Brosnan und das Spiel als die beste Umsetzung eines Kinofilms. Ursprünglich sollte das Spiel auf der SNES erscheinen, da man aber auf die neue Konsolengeneration warten wollte entschied man sich GoldenEye 007 im August 1997 für Nintendos Nachfolgekonsole, der N64, zu veröffentlichen. In Deutschland hingegen erschien das Spiel nicht, wurde aber trotzdem von der BPjS, heute besser bekannt als BPjM, im April 1998 indiziert. Eine Version mit deutschem Bildschirmtext erschien lediglich in Österreich und der Schweiz mit der speziellen Bemerkung, dass das Spiel nicht für den deutschen Markt bestimmt sei. Was die BPjS damals dazu veranlasste den Nachfolger Perfect Dark trotz ähnlicher Gewaltdarstellung nicht zu indizieren, bleibt bis heute ein Rätsel.

Was GoldenEye 007 von anderen Spieleumsetzungen zu Filmen unterscheidet ist, dass die Handlung des Spiels bis auf wenige Ausnahmen dem Film folgt. Den technischen Einschränkungen der N64 geschuldet mussten kleinere Details verändert werden, was dem Spiel aber nicht geschadet hat.

Von Kritikern wurde GoldenEye 007 sehr gut bewertet. Diese bezeichnen das Spiel trotz seiner Schwächen – allen voran der Framerate – als einen der besten Shooter aller Zeiten und dies lässt sich auch in den Verkaufszahlen erkennen, denn GoldenEye 007 ist das drittmeist verkaufteste N64-Spiel aller Zeiten. Gelobt wurde neben dem Einzelspielermodus auch der Mehrspieler. Das Kuriose am Mehrspieler: dieser war ein Last-Minute-Projekt, da das Spiel knapp einen Monat vor der Deadline keinen Multiplayer vorsah. Hier konnten bis zu 4 Spieler an einer Konsole sich in ausgewählten Level vom Singleplayer duellieren. Die Framerate ging dabei meistens runter auf bis zu 20 Einzelbilder in der Sekunde.

Das GoldenEye 007 bis heute beliebt ist zeigt die Fangemeinde um das Spiel herum: Von Fans programmierte Level für das Originalspiel, welche man im Emulator spielen kann; der Versuch den Multiplayer über Emulator zu betreiben und auch die erstmals 2005 erschienene GoldenEye: Source Mod, welche unter der Namensgebenden Source-Engine (Counter Strike: Source, Half Life 2) läuft.

GoldenEye: Source nimmt den Multiplayer aus dem N64-Original und verfrachtet ihn in eine zeitgemäße Optik. Wie sich das Spielen lässt? Zeit, es herauszufinden.

Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist GoldenEye: Source 5.0.6 die aktuellste Version. Zum Vergleich mit dem Original wurde Project64 benutzt.

Das Wichtigste in aller Kürze

GoldenEye: Source lässt sich über ModDB herunterladen und über Steam starten, sofern Source SDK Base 2007 installiert ist (auffindbar unter „Werkzeuge“ beim Punkt „Bibliothek“ in der Desktop-Anwendung). Die Mod ist kostenlos und setzt keine anderen Spiele auf Basis der Source-Engine voraus.

Die Mod bietet:

  • Originalgetreue Nachbauten der Multiplayer-Level aus dem Original und neugestaltete Varianten so gut wie aller in GoldenEye 007 vorhandenen Level
  • Sämtliche Waffen, auch jene, welche nur mit Cheats verfügbar waren
  • Originalgetreues HUD, samt Lebens- und Munitionsanzeige
  • Figuren aus dem Original mit Ausnahme von Xenia und Natalya
  • Sowohl Original-Soundtrack als auch Remix
  • KI-Unterstützung
  • Online- und LAN-Multiplayer
  • Klassische Multiplayermodi
  • Errungenschaften

Die Präsentation

GoldenEye: Source ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet – und das Merkt man bereits, sobald man das Spiel startet und die Titelkarte mit den Copyright-Hinweisen erscheint. Diese ähnelt derer vom N64-Original. Auch das Intro ist eine Hommage an GoldenEye 007 und beinhaltet genauso wie im Spiel und im Film die berühmte Gunbarrel-Szene.

Das Hauptmenü ist so, wie man es von Spielen mit der Source-Engine gewohnt ist: alle Menüpunkte sind auf der linken Seite zu finden. Neben dem Erstellen oder Beitreten eines Servers kann man hier sich das Introvideo nochmal anschauen, ein Blick auf die Mitwirkenden werfen oder den aktuellen Stand der Errungenschaften abfragen. Im Hauptmenü selbst läuft abwechselnd ein Remix der Hauptmenü-Musik oder aus dem Pausemenü.

Von denen gibt es 120 Stück und deren Namen sind zum Teil Anspielungen auf die James Bond Filme. Es gibt beispielsweise die Errungenschaft „Goldfinger“ – diese wird freigeschaltet, sobald man jemanden, der die Golden Gun hat, mit den Händen tötet.

Weitere Hommagen lassen sich im laufenen Spiel finden: das mit der TAB-Taste aufrufbare Scoreboard ähnelt optisch der Uhr aus dem Pausenmenü und zeigt zudem die aus dem N64-Original übernommene Lebensanzeige.

Auch im Gameplay wurden einige Details aus dem Original übernommen: bei beiden Schrotflinten lassen sich je nach Munitionsstand bis zu fünf Patronen an der Munitionshalterung erkennen (sammelt man Munition auf und lädt nach erscheinen die anderen Patronen aus dem Restmagazin an der Halterung – funktioniert aber nur, wenn man weniger als 5 Patronen hat!); die Munitionsanzeige wurde aus dem Original übernommen; im HUD wird ein Radar angezeigt, welches an den geistigen Nachfolger Perfect Dark erinnert.

Optische Details, wie etwa das herunterlaufende Blut sobald man getötet wurde, lassen sich auch finden.

Eine besondere Erwähnung gilt dem Soundtrack: dieser ist – je nach Karte – entweder direkt von der N64 übernommen worden, oder ist ein Remix. Spielt man auf Facility Classic hört man genau den selben Soundtrack, den man auf der N64 hören würde.

Die neugestalteten Level orientieren sich mehr an der Filmvorlage und sehen dementsprechend fantastisch aus. Besonders merkt man das bei der neuen Facility Backdoor Karte, welche der Kinovorlage in nichts nachsteht. Es gibt zudem einen Bonuslevel, der auf Casino Royale basiert.

Spielmodi

GoldenEye: Source übernimmt alle Spielmodi aus GoldenEye 007 und fügt auch neue hinzu. Diese wollen wir uns nun im Detail ansehen:

DeathMatch ist ein Modus, welcher selbsterklärend ist: Jeder gegen Jeden. Ab 12 Spielern wird der Modus automatisch zum Team DeathMatch. Eine abgewandelte Form ist Dr. No Armor – hier wird ebenfalls DeathMatch gespielt, allerdings werden die Schutzwesten auf der Karte entfernt.

Capture the Flag war im Original nicht vorhanden, ist aber genauso selbstredend: 2 Flaggen, 2 Teams, die gegnerische Flagge stehlen und zur eigenen Basis bringen.

You Only Live Twice ist namentlich an den gleichnamigen Film angelehnt. Hierbei gilt: wer zweimal stirbt, verliert. Sind nur noch zwei Spieler übrig, werden alle Schutzwesten entfernt.

Arsenal ist bei anderen Shootern als „Gungame“, „Wettrüsten“ oder „Waffenmeister“ bekannt: Ziel ist es sich durch Kills auf Level 10 hochzuarbeiten um beim finalen Level durch einen Kill mit dem Messer zu gewinnen. Auf jedem Level gilt es mit anderen Waffen eine bestimmte Zahl an Abschüssen zu sammeln um Aufzusteigen. Kills mit den Händen setzen die Gegner um einen Level herab.

A View To Kill ist ebenfalls namentlich an den gleichnamigen Film angelehnt. Hierbei läuft ein Zähler, der anzeigt, wie lange man schon „am Leben“ ist. Abschüsse bringen zusätzliche Zeit auf das Konto. Ist man schon eine gewisse Zeit am Leben, wird man vom Spiel deutlich auf dem Radar gekennzeichnet. Tötet man einen markierten Spieler gibt sich besonders viel Zeit. Wird man getötet, fängt der Zähler wieder bei 0 an. Sieger ist, wer es schafft am längsten am Stück zu überleben.

License to Kill ist wiederum eine Abwandlung vom DeathMatch-Modus. In diesem Modus ist jeder Schuss tödlich.

The Man With the Golden Gun ist wiederum ein Filmzitat und eine DeathMatch-Abwandlung: Im Level liegt irgendwo deutlich markiert die Golden Gun. Nimmt man sie auf, wird die Sicht auf dem Radar eingeschränkt und man erscheint für alle anderen Spieler als goldener Punkt. Hier werden alle Abschüsse gezählt, auch wenn hierbei natürlich die Golden Gun die gefährlichste Waffe ist.

The Living Daylights ist eine Capture the Flag Variante: auf der Karte liegen verschiedene Flaggen. Ziel ist es, eine dieser Flaggen zu finden und zu verteidigen. Punkte gibt es hierbei nur, wenn man die Flagge hält.

GunTrade ist ein neuer Modus. Hier startet jeder mit einer Waffe und es gilt: Täter und Opfer tauschen die Waffe, von daher sollte man als Täter aufpassen, wen man gerade abschießt, nicht dass man dann eine „undankbare“ Waffe, wie die Klobb oder eine Handgranate bekommt.

GoldenEye: Source brandmarkt zudem in allen Spielmodi „Camper“, welche nur auf der Karte rumstehen.

KI

Auf der N64 musste GoldenEye leider ohne Bots auskommen – diese kamen mit Perfect Dark hinzu. Umso erfreulicher, dass man bei GoldenEye: Source mit bis zu 16 Bots, welche nicht besetzte Plätze auffüllen, spielen kann. Dass dies auf den Classic Karten nicht ganz so gut ist, ist dabei selbstredend.

Leider ist die KI auf den meisten Karten, insbesondere auf den Remake Versionen reines Kannonenfutter, egal auf welcher Schwierigkeitsstufe diese eingestellt ist. Am Besten funktioniert sie auf Facility Classic und sucht dort auch regelmäßig den Kampf.

Apropos Schwierigkeitsstufe: Diese entsprechen dem Schwierigkeitsgrad von GoldenEye 007 und sind dementsprechend so benannt worden.

Das Gameplay

Vor dem Spiel können noch diverse Einstellungen getätigt werden: Rundenlänge, die Zeit bis zum Kartenwechsel, Spielmodus, Waffenset etc. Wie im Original kann man sich die für die Runde gewünschten Waffen nicht selbst aussuchen, sondern nur aus Presets wählen. Meine Empfehlung: Zufällige Presets – das macht die Runden spannender!

Ist ein Level ausgewählt, wird geladen und eingestiegen. Besonders schön: Es stehen so gut wie alle Charaktere aus dem originalen Multiplayer zur Verfügung, selbst der unter Spielern verhasste Oddjob ist mit dabei. Kann man sich nicht entscheiden, kann man das Spiel auch zufällig einen Charakter auswählen lassen.

Je nach dem, ob man sich entschieden hat mit oder ohne Waffe zu starten, kann man die auf dem Boden liegenden Waffen samt Munition und Rüstung aufsammeln.

Schönes Detail: Drückt man die rechte Maustaste bei gezückter Waffe erscheint das Fadenkreuz aus dem N64-Spiel.

Zum Gameplay an sich lässt sich nicht viel sagen – wenn man Spiele wie Counter Strike gewohnt ist, ist man schnell drinnen.

Während einer Partie kann man jederzeit mit der F- und C-Taste Informationen über die aktuelle Waffe und das Waffenset abrufen.

Das N64-Original war in Sachen Gewaltdarstellung für damalige Verhältnisse führend und GoldenEye: Source braucht sich da auch nicht zu verstecken: neben Blutspritzern an den Wänden gibt es auch Ragdoll-Effekte.

Fazit

GoldenEye: Source ist rundum gelungen und schafft es perfekt die Mehrspieler-Momente aus dem Original in ein modernes Gewand zu stecken. Stabile 60 FPS tun zusammen mit der Grafikpracht der Source-Engine ihr übriges und machen die Mod zu einem guten Erlebnis.

Das Einzige, was der Mod fehlt ist der Einzelspieler. Dieser ist laut Entwickler derzeit nicht geplant. Aber sei’s drum – der Multiplayer ist fantastisch, wenn auch die Spielerzahl auf den Servern etwas dürftig ist.

GoldenEye: Source ist für mich auch ein gutes Trostpflaster dafür, dass Nintendo ein Xbox 360-Remaster von Rare und Microsoft aufgrund von Lizenzstreitereien verhindert hat. Zur Info: GoldenEye 007 sollte zum 10. Geburtstag 2007 sowohl auf der Xbox 360 als auch auf Nintendos Wii erscheinen. Grünes Licht gab es damals offiziell von Activision, welche die James Bond Lizenz inne hatten. Selbst Nintendo hatte nichts dagegen, bis kurz vor Release. Die Begründung: GoldenEye 007 ist ein Nintendo-Spiel und sollte nur auf einer Nintendo-Konsole erscheinen. Da Nintendo die GoldenEye Lizenz 2018 endgültig verloren hat, da sie nicht verlängert wurde stehen die Chancen auf ein Remaster garnicht so schlecht.

Meine Empfehlung: Schnell runterladen und spielen und hoffentlich damit die Server wieder füllen!

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Bewertung: 4.0/5 (1)
GoldenEye: Source - Test, Review, 4.0 out of 5 based on 1 rating
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von FloosWorld am 18. Oktober 2018.
Flo ist für seine unbeschreibliche Hingabe zur Age-of-Empires-Reihe und Rennspielen berühmt berüchtigt und füttert REPLAYING.de nach Lust und Laune mit coolen Beiträgen zu diesen Rubriken. Seine Pseudonyme ClassicGameingFan oder FloosWorld nutzt er auch auf seinen gleichnamigen YouTube-Kanälen - Vorbeischauen lohnt sich! Er hat 24 Artikel geschrieben.

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Ein Kommentar zu GoldenEye: Source – Test, Review

  • DoktorTrask sagte am 23.10.2018 um 18:07:58

      Wirklich mehr als schade das es den Singleplayer-Mode nicht gibt, somit ist es auch kein wahres Remake und nur etwas für Multiplayer-Fans. Allerdings könnte es für manche Spieler zu altbacken zugehen im Multiplayer-Modus, Bots sind aber eine feine Sache die es ruhig öfter geben sollte.

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