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„Schattig war das Land vor mir. Groß und leer war mein Herz in Anbetracht der kommenden Schlacht. Gleich Poesie meine Magie, streckte ich nur meine Hand aus zu greifen nach der Macht. Was sollte schon geschehen? Die vergessenen Reiche sollten die Meinen sein!“

Heute woillen wir uns gemeinsam auf einen Feldzug vorbereiten. Und zwar geht die Reise weit hinein in die „vergessenen Reiche“, einer der Welten von „(Advanced) Dungeons & Dragons“, dem großen Regel- und Nachschlagewerk für alle Freunde phantastischer Rollenspiele, Geschichten und Abenteuer wie auch das Zuhause zahlreicher namhafter Helden und Schurken wie zum Beispiel Drizzt Do’Urden, dem persönlichen Feind der Spinnenkönigin Lloth.

Was ist „Blood & Magic“?

Das Spiel ist ein Klassiker im Gewand eines Echtzeitstrategiespiels, sofern man zunächst einmal eine Einstufung des Genres vornehmen möchte. Als Hintergrund haben die Entwickler damals eben die Welt der „vergessenen Reiche“ gewählt, wobei das Spiel zugleich auch etwas exotisch in der Gesamtaufmachung anmutet. Schon die Einführung lässt erahnen, dass auf uns geneigte Abenteurer etwas Anderes als die gewohnte Kost zukommt.

Die Welt der „Keller und Drachen“

„Dungeons and Dragons“ umfasst als Rollenspiel-Regelwerk etliche Welten, die im Laufe der initialen Kreation im Jahre 1974 das Licht der Welt erblickt haben (Man verzeihe mir die absichtliche Übersetzung ins Deutsche für den Titel dieses Kapitels!). Ursprünglich erschaffen wurde das Ganze durch Gary Gygax und Dave Arneson. Weitere Informationen findet ihr im entsprechenden, deutschen Wikipedia-Artikel. Die „vergessenen Reiche“ sind nun Eine der Welten, zugleich allerdings auch die mitunter die Bedeutendste überhaupt, da sehr viele Anhänger und Werke sich hierauf berufen. Etliche Spiele haben die „vergessenen Reiche“ als Hintergrund gewählt, es gab bereits Kinofilme und Hörspiele wie auch Bücher. Über die Umsetzung lässt sich bekanntlich streiten, von daher führe ich ohne weitere Beurteilung einige Werke auf, die eben in den „vergessenen Reichen“ spielen.

Insgesamt kann man sagen, dass sowohl das grundlegende Regelwerk als auch die „vergessenen Reiche“ im Besonderen einen Kultstatus besitzen dienlich als multipler Quell von Geschichten, der noch heute gern gewählt wird.

Inhalt

„Blood & Magic“ beinhaltet selbst 5 verschiedene Kampagnen, welche jeweils eine für sich abgeschlossene Geschichte erzählen. Jede Kampagne steigt im Schwierigkeitsgrad an und wird durch den Abschluss der vorherigen Geschichte entsprechend erst freigeschaltet. Der typische Erzählstil von „Blood & Magic“ setzt auf einen Erzähler in Kombination mit entsprechenden Bildern und Überblendungen. Nachfolgend eine kurze Auflistung der einzelnen Kampagnen in eben der steigenden Abfolge des Schwierigkeitsgrades:

Howl of Vengeance

In diesem Kapitel dreht sich Alles um den Barbarenanführer Rathgar, welcher das Königreich Doegan zu erobern versucht. Nach Gelingen verflucht der rechtmäßige König mit seinem letzten Atemzug den Barbaren. Seine Tochter flieht vor den Eindringlingen und sucht Schutz bei einem Nekromanten namens Aelric. Nun ist es an dem Spieler sich für eine Seite zu entscheiden: Wird er den Fluch des Königs erfüllen oder das gestohlene Reich erbittert verteidigen?

Matchmaker Mayhem

Roxana, Prinzessin im Königreich von Edental, ruft eine Herausforderung aus als sie das heiratsfähige Alter erreicht: Jeder Mann, der um ihre Hand anhalten möchte, muss sie erst in einem magischen Duell besiegen. Als Spieler kann man nun versuchen Roxana aus ihrem Dilemma zu helfen oder eben als Bryan der Tapfere Armeen aufstellen, um so das Herz der streitbaren Prinzessin zu gewinnen!

Tartyron Unbound

Diese Kapitel handelt um den klassischen Konflikt zwischen Ordnung und Chaos: Tartyron, ein Dämonenlord aus den unteren Ebenen, kann aus seinem Gefängnis entfliehen und sucht nun Chaos mit seinen Truppen auf der Oberfläche der vergessenen Reiche zu verbreiten. Seine Gegenspieler sind zwei Lords und eine Lady vom „Zirkel der Ordnung“, die Tartyron einst selbst verbannt hatten und nun darauf hoffen dies erneut zu vollbringen.

Nuts and Bolts

Diese Kampagne beinhaltet viele komödiantische Züge: Die zwei Brüder Garrulos und Wurmschädel haben ein Artefakt von unglaublich magischer Stärke gefunden. Jedoch ist dieses Artefakt – eine Perle – zugleich auch verflucht und verursacht Streit und Zwietracht zwischen den beiden Brüdern. Wurmschädel will nun die Macht der Perle nutzen, um immer größere Erfindungen zu kreieren und letztendlich die Macht in den vergessenen Reichen an sich zu reißen während Garrulos die wahnsinnigen Pläne seines Bruders zu vereiteln und den König auf diese Gefahr aufmerksam zu machen versucht.

Harvest of Horrors

Die Bewohner eines an den Grenzlanden gelegenen Dorfes im Schatten eines verbotenen Plateaus fürchten die Erntezeit: Denn hier kommen seltsame Kreaturen von dem Plateau in die Ebenen hinunter, hungernd nach dem Fleisch der Menschen und machen Jagd auf die Dörfler. Doch nun scheint diese düstere wie auch grausame Tradition ein Ende zu finden als der Magier Heradan sich den dunklen Horden entgegenzustellen versucht. Diese Horden aus dem Königreich Nix werden wiederum ihrerseits angeführt von Redfang dem Jäger. Diese Kampagne führt neue Einheiten auf der Seite von „Nix“ ein (Goblin, Harpyie und Verzauberer) ebenso wie einen magischen Kessel, welcher die Kreaturen in direkte magische Energie umwandeln kann.

Atmosphäre und Spielmechanik

Grundsätzlich ist „Blood & Magic“ mit seiner Konkurrenz aus der Zeit vergleichbar, jedoch gibt es keinen konkreten Basisbau. Kernelement hier ist stets die als „Mana“ bezeichnete magische Energie, wie sie auch inzwischen in nahezu unzähligen Werken als Begrifflichkeit Verwendung findet. Repräsentiert wird dies durch eine magische Quelle, die für jede Seite zu Beginn verfügbar ist. Aus dieser werden dann die Basisgolems erschaffen: Menschen ähnelnde Kreaturen, die bewegungslos zu einem Konstrukt werden und so auch die kostbare Energie produzieren. Diese wird stets pro Golem auf den maximalen Wert „10“ hochgezählt und dann automatisch oder durch den Spieler per Mausklick zur Quelle gebracht. An bestimmten Gebäuden können nun die Basisgolems zu Einheiten wie zum Beispiel dem „Bogenschützen“ (oder plakativ „Jäger“) ausgebildet werden. Hierzu ist dann je nach gewünschter Einheit eine gewisse Wartezeit nötig. Jede Aktion auf einer Karte bringt dem Spieler Erfahrungspunkte, welche er in die Erforschung weiterer Einheitsprüche investieren kann. Die Golems selbst wiederum können in freier Wildbahn kämpfen, dies jedoch nur sehr schwach. Sie können allerdings auch direkt zum Bau von Mauern oder eben Gebäuden auf entsprechenden Bauplätzen vorgesehen werden. Wie auch das Intro zu Beginn des Artikels zeigt: Es lohnt sich wirklich die Basisgolems in andere Einheiten durch Magie zu transfomieren und so eine schlagkräftige Armee aufzubauen!

Insgesamt kann man dem Spiel eine sehr ungewöhnliche Handhabung nachsagen, etwas bedauerlich ist allerdings, dass damals die Konkurrenz wie „Warcraft“ bereits die Maussteuerung besser verstanden hatte. So muss man doch sehr viele Tätigkeiten mit einer etwas unkomfortablen Steuerung erledigen. Dies kann man aber verschmerzen, da das Spiel eine sehr eigenwillige Atmosphäre aufbaut und die Kampagnen schön illustriert erzählt werden. Langeweile kommt wirklich niemals tatsächlich auf, da man doch die aktuelle Mission abschließen und die Geschichte weiter hören möchte!

Grafik und Sound

„Your zombie is ready!“: Die monotone Stimme der Erzählers ist der stete Begleiter während der Missionen und auch mitunter der negative Punkt. Während die Grafik durch schöne Details noch heute zu überzeugen weiß, hätte man dem Sprecher doch etwas mehr Motivation geben sollen. So wirkt das Ganze manches Mal eher lustlos. Natürlich kann man hier entsprechend den Sound deaktivieren, da ebenso die Geräusche der Mana-Ernte doch etwas sehr arg die Ohren reizen können.
Ansonsten kann man hier eine Empfehlung aussprechen: „Blood & Magic“ ist mit Sicherheit eine verlorene wie auch vergessene Perle und hat eine Chance verdient, sowohl bei Kennern als auch eben Neueinsteigern! Wer hier die Lust und Zeit mitbringen möchte, erhält ein wundervolles Spiel mit viel Liebe zum Detail erstellt und einigen kleinen Kanten.

Kompatibilität

„Blood & Magic“ ist ohne weitere Einstellungen unter der DOSBOX lauffähig. Auf größeren Monitoren dürfte schlicht der Vollbildmodus gewinnbringender sein, da das Spiel sich nicht im Fenster selbst skalieren lässt. Ansonsten gibt es jedoch keinerlei technische Beanstandungen!

Wo ist das Spiel erhältlich?

Ich habe explizit bei der Firma Interplay angefragt und doch leider bis heute keine Antwort erhalten. Somit muss ich erst einmal annehmen, dass es sich mitnichten um eine reine „Abandonware“ handelt und die Weitergabe von Links hierdurch eine illegale Handlung ist. Dennoch ist „Blood & Magic“ nicht vergessen: Erhalten kann man das Spiel bei Glück im gut sortierten Fachmarkt oder online zum Beispiel über „ebay“. Allerdings könnten die Preise doch sehr unterschiedlich sein. Bei der letzten Suche war hier eine Spanne zwischen 20 EUR und 50 EUR durchaus gegeben, was mich zu der berechtigten Annahme führt, dass es sich um ein begehrtes Sammlerstück handelt.
Natürlich wäre der Bericht an sich hier vorerst beendet, aber fühlt euch frei in den Kommentaren weitere Erfahrungen oder eben Kritik wie auch Anmerkungen zu hinterlassen, vielleicht auch Hinweise für andere Leser, wo das Spiel noch erhältlich wäre!

von throgh
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.5/5 (4)
Abandoned Gameware #3: Blood & Magic (PC), 4.5 out of 5 based on 4 ratings


von throgh am 9.März 2013   Artikel aus Retro in der Datenbank! « 6.366 Klicks

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