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In absehbarer Zeit werden wir uns von einem wie in Stromberg stereotypisch dargestelltem Büro mit prallgefüllten Aktenschränken und umherfliegenden Papierknollen verabschieden, denn Papier stirbt aus; es etablieren sich längst Bezeichnungen wie „Das papierloses Büro“, denn auch dahingehend ist eine Digitalisierung gegenwärtig, und wird ihren Abschluss finden. Ein letzter Schritt dorthin ist branchenübergreifend Cloud Computing, auch wenn auf den ersten Blick gar kein direkter Zusammenhang besteht. Eine Präsenz wird unser geliebtes Papier selbstverständlich weiterhin pflegen, wie in Form von Büchern, denn hier ist sowohl der ideelle Wert – wir stellen Bücher gerne ins Regel; Geschenk – als auch ein emotionaler Nutzwert – abends ins Bett kuscheln und noch ein bisschen Lesen; der Geruch von Papier – am vermeintlich höchsten.

In einfachen Worten ist Cloud Computing die Bereitstellung von Computingdiensten (Server, Speicher, Datenbanken, Netzwerkkomponenten, Software, Analyseoptionen und mehr) über das Internet („die Cloud“).

Quelle: Microsoft Azure

Die papierlose Zeitschrift

Was nach Science-Fiction klingt, ist zum Greifen nahe und in vollem Gange, denn Zeitschriften und Tageszeitungen werden längerfristig als Druckmedium – als Papier – vom Markt verschwinden oder bestenfalls ein Nischendasein pflegen. Die Kosten sind zu hoch, die Nachfrage fortlaufend geringer, die Latenz in einer immer schnelleren Gesellschaft zu lang. Eine gut digitialsierte Zeitung oder Zeitschrift wird ihre Einnahmen nur noch über digitalisierte Erlösmodelle generieren können, wie etwa Paywalls oder Content-Aggregationen, die momentan der „Gratiskultur“ im Online-Journalismus fruchtend entgegengewirken. Eine Annonce in der Zeitung aufgeben? Das steht in keiner Kosten-Nutzen-Relation und ist statistisch wenig messbar, wodurch Online-Advertising mächtig punktet, das auch steigende Umsätze aufweist:

Laut WUV soll Online-Werbung in diesem Jahr sogar erstmalig den TV-Markt überholt haben, was durchaus als Meilenstein betrachtet werden kann.

Aber wir können einen Wandel natürlich nicht in erster Instanz aufgrund hervorstechender Zahlen untersuchen, denn diese sind lediglich ein sensibles Resultat einer Restrukturierung von Interessen, Gewohnheiten oder technischen Fortschritts. Wie vermutliche einige alltäglich beobachten, kann selbst Omi neben jahreszeitbedingt tollen Plätzchen backen auch ein Tablet oder Smartphone wenigstens rudimentär bedienen, und nutzt es bereits als sekundäres Informationsmedium, neben der Brigitte im Zeitungskorb 😉 Doch wie sieht das in anderen Generationen aus, oder einmal konkret im Kontext von uns Spielern, die im Hinblick auf Digitalisierung gesellschaftlich möglicherweise sogar eine Vorreiterrolle einnehmen? Die Auflagenzahl der Computer-Bild-Spiele ist – adäquat jargonhaft – vernichtend.

Es sind in absehbarer Zeit weitere, vehemente Veränderungen im Printbereich zu erwarten – der Stein ist längst ins Rollen gebracht und wird noch weitere der bisher zum Glück wenigen Opfer nach sich ziehen. Nur wer ein digital repräsentatives Angebot mit fortschrittlichen Zahlungs-, Inhalts- und Werbemodellen, Benutzerinteraktionsmöglichkeiten sowie Präsenz in sozialen Netzwerken zeigt, darf in der „Ära ohne Papier“ weiterhin mitspielen.

Das papierlose Büro

Wenn nun aber physische Dokumente keinen Platz mehr in der anfänglich skizzierten Vision finden sollten, werden jegliche Papers digital erstellt, abgerufen, bearbeitet, gespeichert, unterschrieben und geteilt. Diese Prozesse sind sowohl nach heutigen, technischen Gegebenheiten, als auch rechtlichen problemlos umsetzbar. Es ist dabei unabdingbar, sich der Sensibilität von  Daten und Informationen bewusst zu sein, sowohl im Hinblick auf die Datensicherheit (Verschlüsselung), als auch Datensicherung (Backups).

Denn verlieren wir einmal Online-Dokumente, schützen sie nicht hinreichend vor Angriffen oder externalisieren interne Papers, ohne volle Kontrolle darüber zu haben, stellt dies hohe Sicherheitsrisiken dar, die der knarzende Aktenschrank im Büro so nicht bewirken kann.

Vorteile des Cloud-Computing

kostenfreie Infrastruktur: Es wird nicht in zusätzliche Hardware oder Infrastruktur wie Server, Netzwerkgeräte, Speicher oder Software investiert werden müssen. Wenn auf Cloud Computing Services zurückgegriffen würde, müssten Arbeitsplätze lediglich mit leistungsschwächeren Thin-Clients ausgestattet werden, denn Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware wird als Dienstleistung über das Internet zur Verfügung gestellt.

Verwaltungskosten: Da lokal deutlich weniger IT-Infrastruktur installiert werden muss, würden hohe Verwaltungskosten für diese eingespart werden. Dies liegt im Verantwortungsbereich des Anbieters.

Kein Administrationsaufwand: Das Beschaffen neuer Hardware und IT-Infrastruktur bedarf aufwändiger Einrichtung, dauerhafter Wartung und Planung, die auf das Unternehmen zugeschnitten werden muss. Wenn auf Cloud Computing zurückgegriffen würde, müsste – einfach gesagt – lediglich ein für die Anforderungen passendes Modell ausgewählt werden.

Nachteile des Cloud-Computing

Bandbreite: Es werden alle Dateien aus dem Internet abgerufen. Fehlende Bandbreite oder häufige Ausfälle des Providers könnten unter Umständen einige Arbeitsabläufe vollständig unterbrechen. Auch der Cloud-Anbieter selbst könnte von Störungen betroffen sein, auch wenn dies aufgrund redundanter Strukturen unwahrscheinlich ist1

Kontrollverlust und Datensicherheit: Dateien werden nicht länger lokal unabhängig verwaltet, sondern sind von der Zuverlässigkeit und Sicherheit des Cloud-Anbieters abhängig. Dies stellt insbesondere bei sensiblen Daten ein Risiko dar.

laufende Kosten: Cloud Computing verursacht auf den ersten Blick geringere Kosten als eine einmalige Investition; über einen längeren Zeitraum und mit steigender Nutzung können sich diese jedoch signifikant erhöhen, insbesondere wenn Cloud-Dienste auf Anforderungen individualisiert werden müssen. Hier gilt es unbedingt eine Kostenanalyse vor Lizenzerwerb zu erstellen.


Fazit

Auch wenn in dieser kurzen Ausführung die technischen Aspekte von Cloud Computing rund um die genaue Funktionalität außer Acht gelassen wurden, ist es selbst trivial betrachtet bemerkenswert, wie viele Branchen sowohl Cloud Computing, als auch das sinkende Verlangen nach Papier längerfristig beeinflussen wird, nicht nur im Hinblick auf die Dokumentenverwaltung. Wer weiterhin auf konventionelles Papier setzt, wird im Zweifelsfall schmerzlich erfahren müssen, dass sich diesen technischen Errungenschaften (Verwaltung/Büro), aber auch gesellschaftlichen Entwicklungen (Zeitung/Zeitschrift) früher oder später gebeugt werden muss, und letzten Endes die Vorteile überwiegen.

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von Malte am 30. Dezember 2017.
Malte ist Gründer von REPLAYING.de und scheint häufig verschwunden zu sein. Auch wenn's von ihm mal ein paar Monate nichts zu lesen gibt, kümmert er sich doch immer pflichtbewusst um die Instandhaltung der Webseite, oder erweitert sie um unnütze Features. Er hat 242 Artikel geschrieben.

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