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Als ich im Juni 2010 die ersten Skizzen zu Cooking Like a Pirate machte war ich mir noch nicht bewusst wieviel Arbeit mir bevorstand. Zunächst war da die Inspiration einen eigenen kleinen Trickfilm zu erstellen. Doch war mir nicht Klar wie man ein solches Vorhaben so gut wie nur möglich umsetzen könnte. Zu Beginn bin ich mir nur in einem Punkt sicher gewesen: Ich wollte keine Flash Animation herstellen. Die Räumliche Tiefenwirkung und die Dreidimensional wirkende Darstellung eines Charakters waren mir einfach zu wichtig und da passte die Arbeit mit Flash nicht zusammen. Damals kannte ich Programme wie Toon Boom noch gar nicht und so blieb mir nichts anderes übrig als meine Bewegungsabläufe wie in alten Zeiten mit dem Stift auf Papier zu bringen. Zunächst musste ein Szenario her. Was will ich machen, wovon soll der Film handeln? Die Antwort kam bei einer Runde Port Royale 2. Es soll ein Piratenfilm werden. An Seeschlachten oder gar mehreren Figuren war aufgrund der angewandten Technik nicht zu denken. Und so kam ich beim einschalten einer Kochsendung im Fernsehen auf den Gedanke einen Piratenkoch darzustellen. Anstatt auf einem Schiff sollte dieser in einer einfachen Taverne irgendwelche Gerichte herbei zaubern. Klingt langweilig oder zu einfallslos? Nun wenn man sich entscheidet einen Cartoon in der Verfahrenstechnik der 90er herzustellen bleibt einem als 1 Mann Projekt nicht viel übrig als den Inhalt zu reduzieren und die wichtigsten Aspekte herauszugreifen. Nachdem ich ein grobes 8 Seiten langes Storyboard gekritzelt hatte ging es zur Materialbeschaffung.

Wie schwer es sein kann einen sogenannten Animationstisch zu besorgen hätte ich in meinen kühnsten Träumen mir nicht vorstellen können. Zuerst stellte sich mir die Frage ob ich so einen Leuchttisch nicht selbst herstellen könnte. Da aber mein Handwerksinventar gut aufgebraucht war ging ich dem Entschluss nach mir so ein Ding bei einem Fachkundigen Händler zu kaufen. In Zeiten von Cinematic Sequenzen ist dies aber alles andere als einfach. Nicht nur das es so etwas mit Ausnahme einiger Filmakademien nicht gab, auch das Internet spuckte mir zum Thema Leuchttisch tausende nutzloser Seiten heraus. Da gab es dann überwiegend Angebote für Fotografen und hatte mit dem Nutzen denn ich vorhatte sehr wenig zu tun. Auf Amerikanischen Seiten, die dann einen Animationstisch anboten, kam dann die Ernüchterung das ein Versand nach Europa ausgeschlossen ist. Und doch im letzten Moment während eines Augenblickes von Frust und Trauer gab es tatsächlich eine Europäische Webseite die einen Leuchttisch samt Pegbar und Animationsscheibe zum Verkauf anboten. Der Preis passte ebenfalls perfekt zu meinen Vorstellungen. Lediglich der Versand drehte den Euro nach oben. Ich war nun Entschlossen mein Storyboard umzusetzen und hatte in wenigen Wochen die Ausrüstung dazu. Einen für das Lochen der Papiere notwendigen Pegbar Locher konnte ich bei einem Bekannten besorgen. Nach 2 Wochen Wartezeit kam dann endlich der Leuchttisch und Ich konnte loslegen ( mit einigen Hindernissen).

Bevor man sich daran macht die Blätter zu stapeln und durch den Pegbar Locher zu heizen muss man bei diesem die Breite des Papier mithilfe eines eingebauten Maßstabes einstellen. Übereifrig wie ich war versuchte ich gleich ganze 80 Blatt zu löchern. Das Vorhaben ging ordentlich in die Hose und ich hatte den Stapel Papier der nicht symmetrisch gelocht war. So reduzierte ich die Anzahl der Blätter auf ein Minimum um besser Animieren zu können. Das ganze läuft dann so ab, dass man die Blätter an die durchsichtige Animationsscheibe anheftet ( Pegbar). Diese wird durch eine Leuchtstoffröhre von hinten beleuchtet wodurch die Seiten Transparent werden und man die Linien genau nachfahren kann. Um der Monotonie die dabei auftritt entgegen zu wirken habe ich die Scheibe öfters gedreht um mehrere Positionen beim zeichnen einzunehmen. Meine ersten Versuche war der Entwurf einer Laufbewegung, Da ich nicht wusste das man dabei einen einfachen Trick anwenden kann, indem man nur den Hintergrund bewegt und eine Bewegung der Figur dabei simuliert, bin ich kläglich gescheitert dem Charakter das aufrechte gehen beizubringen. Die ersten Schritte waren absolut kein Problem doch als es daran ging das sich der Oberkörper mitbewegen soll kam ein Durcheinander zustande das selbst Affen wie Sportläufer im Vergleich dazu aussahen. Nach dieser Lektion wurde mir Bewusst das ich einige Szenen des Storyboards so nicht umsetzen konnte. Dies führte ua. dazu das ich mich entschloss den Kurzfilm in eine Test Animation zu verwandeln. Neben Vollzeitjob, Replaying und Freunden blieb mir wenig Zeit an dem Projekt kontinuierlich weiterzuarbeiten. So legte ich für ein ganzes Jahr eine Auszeit ein. Nach der langen Abwesenheit packte mich wieder das Motivationsfieber und ich begann weiter zu zeichnen bis die Hand abfaulte.

Das letzte Blatt war geschafft. Über 540 Seiten Papier konnte ich animieren. Die Bleistift Skizzen waren nun endgültig fertig. Im Daumenkinoverfahren konnte ich meine Arbeit immer sehr gut kontrollieren um auch zu gewährleisten das jeder Ablauf sitzt und das Gesamtbild eine Bewegung simulierte. Jetzt war ich soweit die Zeichnungen zu Inken um die Schwarzen Umrandung zu vervollständigen, im Fachbereich nennt man diesen Schritt auch Reinzeichnung. Im Gegensatz zum Animieren am Leuchttisch war das Nachfahren der Linien eine Kleinigkeit. Sobald eine Filmsequenz fertig war ging es zum Drucker um die fertigen Bilder einzuscannen. Diese wurden dann weiter mit Photoshop bearbeitet. Grobe Fehler beim zeichnen konnten somit schnell korrigiert und die Figur zügig koloriert werden. Auch dieser Vorgang verschlang eine menge Zeit, da ich dem Charakter neben der Farbgebung noch Cell Shading verpassen wollte um eine realistischere Wirkung der Figur zu erzielen. Und so bearbeitete Ich Stunde für Stunde die einzelnen Bildsequenzen. Mit der Vorschaufunktion der Windows Fotoanzeige konnten grobe erste Eindrücke der Animationen gewonnen werden, auch wenn die Bilder sehr verschwommen aussahen. Als ich die letzte Zeichnung fertig koloriert hatte war das Projekt bereit für die letzten Schritte, die nebenbei mir noch einiges abverlangen würden. Nun mussten die Zeichnungen auf Folie ( Cell ) oder Transparentpapier gedruckt werden. Dieses legt man dann über die Layout Hintergründe. Mit dem Arbeiten mehrerer Ebenen können Effekte wie Bewegungsunschärfe erstellt werden. Aus Kostengründen hatte ich mich für ein 115g schweres transparentes Zeichenpapier von Canson entschieden. Trotz der Dicke konnte der Hintergrund gut ausgeleuchtet werden. Also zum nächstgelegenen Copyshop geradelt und die Einzelbilder mit einem Laserdrucker ausgedruckt. Davor hatte ich einige Bedenken da Schattierungen angeblich nicht sauber gedruckt werden können. Der Betreiber und die Maschine belehrten mich aber eines besseren. Nach fast zwei Stunden war es dann vollbracht. Allerdings hätte es nicht solange gedauert wären da nicht die anderen Kunden gewesen, die mit ein paar Seiten zum drucken daher kamen. Wieder daheim angekommen startete Ich die ersten Tests und zu meiner Verwunderung trat ein neues Problem auf, mit dem ich nie gerechnet hätte. Beim Einscannen bemerkte ich das die Figur und ihre Farbgebung auf dem Transparentpapier nicht so hafteten wie sie sollten. Denn der Hintergrund schien durch den Charakter. Ich hatte an jenem Tag zu viel erledigt und wollte mich auch nicht mehr damit auseinandersetzen und so landeten die mehr als 500 Blätter in der Ecke und schmorten vor sich hin. Die Tage vergingen und ich sah keine Lösung für das Transparentproblem. Bis ich auf Toon Boom aufmerksam wurde und mir das erste mal Klar wurde das ich großen Aufwand betrieb, den ich mit diesem Programm nie gehabt hätte. So mussten nur noch die Hintergründe der Zeichnungen mit Photoshop Transparent gemacht werden und ich konnte ohne große Einlernzeit meinen Film erstellen. Da sich viele Animationsvorgänge als zu Fehlerbehaftet herausstellten entschied ich mich letztendlich das gesamte Konzept über Bord zu schmeißen und eine Test Animation zu veröffentlichen. So blieben 495 Seiten Papier übrig die ich verwenden konnte. Den Rest hebe ich als Andenken in meinen Schubladen auf. Schlussendlich konnte ich den nach Storyboard geplanten Kurzfilm doch nicht umsetzen. Viele ungeahnte Schwierigkeiten und mangelnde Erfahrung im Trickfilmzeichnen waren den von mir gesetzten Ziel nicht gewachsen. Meine Erfahrungen habe ich dennoch sammeln können und trotz allem einen ordentlichen Test Cartoon erstellen können. Sollte ich ein so zeit fressendes Projekt wieder betreiben wollen werde ich mit Sicherheit auf Toon Boom zurückgreifen.

Das vollständige Test Animationsvideo könnt ihr Hier anschauen.

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Bewertung: 5.0/5 (15)
Making Of: Cooking like a pirate Toon, 5.0 out of 5 based on 15 ratings

Profilbild von Dominik von Dominik am 2.Juli 2012   Interessantes in der Datenbank! « 2.982 Klicks

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    7 Kommentare zu Making Of: Cooking like a pirate Toon

  • Profilbild von Dominik
    Dominik sagte am 09.12.2012 um 15:07:18

      Toon Boom zählt wirklich zu den Besten Animationtools. Der einzige Nachteil den ich bisher bemerkt hatte ist, dass man maximal Szenen mit einer Länge von 15 Sekunden am Stück produzieren kann. Ist die geplante Gesamtdauer größer muss man die Sequenzen splitten.

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  • Profilbild von dimatteo
    dimatteo sagte am 05.12.2012 um 15:31:00

      Sehr interessant und inspirierend. Werde mir Toom Boom mal ansehen

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  • Gast sagte am 11.11.2012 um 17:09:48

      Danke schön! Ich freu mich über deine Antwort .

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  • Profilbild von Dominik
    Dominik sagte am 07.11.2012 um 20:23:57

      Die genaue Adresse weiß ich gar nicht mehr. Gib mal bei Google die Suchbegriffe ” Animation Light box, Animation Light table oder einfach nur Animation table ein”. Da gibt es mehrere Seiten die so einen Leuchttisch mit passender Scheibe anbieten.

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  • Gast sagte am 05.11.2012 um 15:09:22

      Wie heißt den die Seite auf der du diesen Tisch gefunden hasst ???

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  • Profilbild von Dominik
    Dominik sagte am 05.07.2012 um 19:53:30

      Danke, war auch ne Heidenarbeit.

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  • Profilbild von Malte
    Malte sagte am 04.07.2012 um 19:27:03

      Wow, bewundernswert.

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