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Ein Wunder ist geschehen. Dies ist das erste mal, dass ich über ein Indie-Spiel schreibe, auf einer Indie-/Retro-Seite – muss man auch erstmal hinbekommen. Zugegeben, ich spiele recht selten Indietitel. Wie auch immer, als jemand, der XCOM und XCOM 2 (die Neuauflagen) gern gespielt hat, viel mir letztens eines ins Auge. Dessen Titel lautet Attack of the Earthlings und versetzt uns in die Haut einer Alien-Matriarchin, die ihren Planeten vor einer gierigen Firma und ihrem Boher beschützen muss. Optisch und spielerisch erinnert das ganze anfangs ziemlich stark an XCOM. Nach einer relativ kurzen Spielzeit ändert sich das.

Improvise. Adapt. Overcome.

Die ersten Unterschiede die man entdeckt, liegen im Verhalten der Gegner und einiger Mechaniken. Alle Figuren haben z.B. Aktionspunkte und Angriffs-Aktionen. Gegner schießen sofort, wenn sie während ihrer Runde ein Alien entdecken und ballern alle ihre Angriffsaktionen weg. Wenn sie ein Alien während unserer Runde entdecken, verhält sich das ganze anders: Erst geht der Gegner in Schussbereitschaft, sollte unser Alien dann weiter auf den Soldaten zulaufen, fängt er an zu schießen. Etwas ähnliches gilt für Angriffe. Überlebt ein Soldat einen Angriff, schießt er direkt zurück, sollte er noch übrige Angriffspunkte haben. Dafür gibt es aber den koordinierten Angriff. Man kann mehrere Aliens gleichzeitig angreifen lassen. Das bringt nicht nur starke Gegner zu fall, sondern auch mehrere, die sich gegenseitig beim abnippeln hören würden.

Jede Mission (Es gibt keine Globale Strategie-Sektion wie in XCOM) beginnt immer mit einer einzigen Einheit, der Matriarchin. Sollte diese das Zeitliche segnen, verlieren wir. Also beghalten wir sie außerhalb der menschlichen Sichtkegel, verstecken sie in Schränken, versuchen keine verräterischen Geräusche zu machen. Dann, wenn die Zeit gekommen ist, greifen wir unsere (bestenfalls isolierte) Beute an und fressen sie. Das bringt zwar keine verlorenen HP zurrück, aber beschert uns wichtige Biomasse, mit der wir Schwärmlinge gebären können. Diese sind der Grundstein unserer Armee und nur in der Überzahl stark. Sie haben zwar so gut wie keine Sichtweite, aber können mit Hilfe von Lüftungsschächten feindliche Patrollien umgehen. Diese können später in drei verschiedene Formen weiterentwickelt werden:
Schleichlinge sind ihrer ursprünglichen Form am ähnlichsten. Sie sind die einzige weiterentwickelte Art, die noch Lüftungsschächte benutzen kann. Sie haben außerdem von allen unseren Kriegern das größte Sichtfeld und rüstungsdurchdringende Angriffe. Ihre Spezialfähigkeit ist eine Mine, die ihr Opfer betäubt und ihre Angriffsfähigkeit solange blockiert, bis es angegriffen wird oder die Gegner an der Reihe sind.
Stampflinge sind schwer gepanzert und teilen tonnenweise Schaden aus. Sie sind dafür da, feindliche Angriffe abzufangen und Ziele mit hoher Lebenskraft zu schaden. Sie können sich verhärten, was eine Angriffsaktion benutzt, und ihre Rüstung verdoppelt. Sie sind aber zu fett zum verstecken.
Spucklinge sind unsere Fernkämpfer. Dabei sollte man aber beachten, das sie nur aller 2 Runden ihren Fernangriff benutzen können.

Alle verfügbaren Einheiten: Vorn ist der Schwarmling, rechts der Schleichling, links der Spuckling, dahinter der Stampfling, an der Tür die Matriarchin.

Man kann zwischen den Missionen außerdem seine Matriarchin und alle ihre Kinder (bis auf die Schwärmlinge) in einem „Forschungsbaum“ upgraden. So gibt es z.B. doppelten Schaden für einen von Schleichlingen ausgeführten Angriff in den Rücken, eine Stampfattacke für den Stampflinge und blendende Spucke für den Spuckling. Meiner Meinung nach ist der Forschungsbaum zu linear. Für jede Spezies gibt es nur eine Abfolge von weiterentwicklungen. Man kann jedoch nicht alles erforschen, selbst wenn man perfekt spielt. Ich hab mich daher aus eine Mischung aus Spucklingen und Schleichern entschieden. Da man sich nicht an alle Gegner ranschleichen kann, habe ich mit den Spuckern die Gegner geblendet, und diese dann mit den Schleichern erledigt. Man könnte aber auch mit den Stampfling eine Kopf-durch-die-Wand-Taktik benutzen: Verhärten, an den Gegner ranmarschiern, alle Angriffe einstecken, den Gegner niederstecken, Stampfling regenerieren lassen.

Rauchen tötet

Attack of the Earthlings besitzt einen ziemlich abgedrehten, meist schwarzen Humor. Nicht jeder ist da Fan davon, ich sags mal so: Der Name des CEO’s ist Dickingham! Ich zähl mal ein paar Dinge aus den ersten Missionen auf; jede einzelne ist voller kleiner, witziger Details, aber auch die Story-Events und Beschreibungen haben es in sich.
So gibt es zum Beispiel einen einsamen Arbeiter, der demonstrativ eine Raucherpause vor einer Wand einlegt, auf der „SMOKING KILLS!“ steht. Einige Momente später ist nur eine Blutlache von ihm übrig… Ein paar Meter davon entfernt ist eine Anzeige „DAYS SINCE THE LAST WORK INCIDENT:“ die eine dreistelligen Zahl zeigt. Erledigt man jetzt den Arbeiter, der daneben steht, schnellt diese Zahl auf 0 zurück. In einer Anderen Mission ist ein Wissenschaftler in einem Raum mit einer Katze im Glasbehälter. Spätestens wenn man die Stromzufuhr unterbricht merkt man, das die beiden nicht die besten Freunde waren: Das Behältnis ist zerbrochen, von dem Wissenschaftler ist nichts mehr übrig. Mit letzter Kraft konnte aber noch „FUCK CATS!“ mit seinem Blut schreiben. Das sind Kleinigkeiten, die einem so nebenbei auffallen.

Carlos hat schon bessere Tage gesehen.

In der Zwieten Mission starten wir neben einem armen Kerl namens Carlos. Heute ist sein Geburtstag, aber alle haben es vergessen, daher steht er allein rum und schmollt. Die Perfekte Gelegenheit, um ihn in eine Drohne zu verwandeln – die ich bisher noch gar nicht erwähnt habe. Zivilisten, die nichts böses vermuten kann man in eine Späheinheit verwandeln, die von anderen Menschen nicht enttarnt wird, aber auch selber nur ablenken kann. Wir übernehemen also Carlos‘ Körper (der dann eine Art Pilz auf dem Kopf hat) und sollen damit die Sicherheitsabriegelung abschalten. Auf dem Weg dahin gibt es einige Bemerkungen von Mitarbeitern und Wachen, wie z.B. „Carlos, du siehst heute irgendwie anders aus… Hast du ne neue Frisur?“ Dann kommen wir zu einem Vorarbeiter welcher Carlos daraufhinweist, dass er sich noch seine Leistungsbeurteilung beim Vorabreiter abholen soll. Dieser sagt dann sowas wie: „Zeit für deine Beurteilung… Moment mal, was ist mit dir? Oh mein Gott! Du bist…

EIN JAHR ÄLTER!“ BÄMM Überraschungsfeier! Nach dem wir die Abriegelung aufgehoben haben, können wir die Partygäste ohne Probleme niedermetzeln. Als der letzte (sichtbare) biologische Partygast das Zeitliche segnet, springt noch einer aus der großen Torte.
Das sollte einen ganz guten Eindruck vom Humor im Spiel vermitteln.

Wenn man also auf diese Art von Humor steht, und ab und an mal gern Rundenstrategie spielt, der sollte Attack of the Earthlings mal eine Chance geben. Allerdings ist der Umfang recht gering (die Missionen sind zwar relativ umfangreich, aber man ist trotzdem nach ca. 8 Stunden durch), und die Präsentation ist maximal zweckmäßig (so wie bei Monstrum, welches von den selben Leuten stammt). Die Grafik ansich ist okay, jedoch sind die Animationen recht simpel. Aber das ist vollkommen in Ordnung, wenn man mal eine Art XCOM auf der Seite der Aliens spielen möchte.

Erfolgreiche Jagd!

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Bewertung: 4.7/5 (3)
Attack of the Earthlings - Gemetzel mit Humor!, 4.7 out of 5 based on 3 ratings
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von Reddok am 4. März 2018.
Reddok fühlt sich in knallharten Action-RPG's wie Gothic und Dark Souls pudelwohl. Schwer? Frustrierend? Egal. Die Herausforderung wird angenommen und überwunden. Mit JRPG's hat er aber nichts am Hut. Er hat 9 Artikel geschrieben.

Artikel aus Indie. Der Artikel wurde 3.342 mal geklickt.

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Kommentare (5) zu Attack of the Earthlings – Gemetzel mit Humor!

  • Reddok sagte am 05.03.2018 um 09:04:10

      XCOM EW und XCOM 2 kann ich nur empfehlen. Mit Jagged Alliance hingegen konnte ich jedoch noch nie was anfangen.

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  • AustrianGuy sagte am 04.03.2018 um 17:22:36

      Schaut gut aus, Szenarien wirken nur bisserl öde.

      Wem sowas aber gefällt, unbedingt mal nach Jagged Alliance schauen

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  • Dominik sagte am 04.03.2018 um 15:19:30

      interessantes Spiel. Ich finde die Grafik sehr stimmig und auch das Szenario gefällt mir. Allerdings muss ich sagen das ich XCOM nur vom hören kenne habs selber noch nie gespielt..

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  • Malte sagte am 04.03.2018 um 15:11:08

      Die einzigen Rundenstrategiespiele, die ich mal angerührt habe sind Hammer & Sichel und Silent Storm: Sentinels, falls das noch jemand kennt 😅

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  • Padrino sagte am 04.03.2018 um 11:58:25

      ist mir bei steam auch direkt über n weg gelaufen und gab es kürzlich im sale. klar, ist kein xcom, aber der humoristische charakter ist eben „mal etwas anderes“. für mich als TBS fan ohnehin pflichtkauf 😉

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