Die Geschichte zu meinem ersten Retro-Rechner

Der ein oder andere kennt mich dadurch, dass ich zum Spielen zeitgemäßer PC-Spiele nicht etwa Emulatoren verwende, sondern zeitgemäße Computer. So kam ich auf die Idee, einen Retro-Rechner für diesen Zweck aufzubauen. Und die Geschichte dahinter hat einiges an Hintergrundwissen. In meiner damaligen anfänglichen Let’s-Play-Phase stieß ich gerade bei 90er-Titeln vor einigen Problemen, etwa die … weiter

Ich vermisse Spiele aus den 90ern und 2000ern!

Je älter man wird und je mehr die Zeit voranschreitet, desto öfter hört man Sprüche, wie etwa das bekannte „Früher war alles besser!“ und ähnliche, egal in welchem Bereich, sei es nun Musik oder Gaming. Sowas ist normal, denn es wird immer Menschen geben, welche sich nicht jedem Trend anpassen wollen. Mir geht es genauso, … weiter

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Die Geschichte zu meinem ersten Retro-Rechner

kepu am 4.März 2019 um 10:03:11

Der ein oder andere kennt mich dadurch, dass ich zum Spielen zeitgemäßer PC-Spiele nicht etwa Emulatoren verwende, sondern zeitgemäße Computer. So kam ich auf die Idee, einen Retro-Rechner für diesen Zweck aufzubauen. Und die Geschichte dahinter hat einiges an Hintergrundwissen.

In meiner damaligen anfänglichen Let’s-Play-Phase stieß ich gerade bei 90er-Titeln vor einigen Problemen, etwa die Kompatibilität zu neueren Windows-Betriebssystemen oder die seltsamen Aufnahmeprobleme im Einsatz von Emulatoren. Eine Alternative musste her. Denn ein real existierendes System aus der Zeit sollte da die beste Lösung darstellen. Und es wirkt doch authentischer, wenn man etwa das DOS-Spiel „Theme Hospital“ von 1997 statt in der DOSbox auf einem Computer mit Pentium-Prozessor und Windows 95 spielt. Aber das reicht bei weitem nicht, das Bild der Grafikkarte muss noch aufgenommen werden. 

Im LetsPlayForum lernte ich Ende 2012 den User „Tyerell“ kennen, der mir dadurch aufgefallen ist, dass er auf seinem YouTube-Kanal (der seit einiger Zeit inaktiv ist) genau die Methode verwendete, die ich beabsichtige zu verwenden. Erst da erfuhr ich, dass man ein Capture Device benötigt. Seine anfänglichen Capture-Methoden beschränkten sich auf S-Video, was zwar immerhin wie eine alte Aufnahme wirkte, aber ich den Zuschauern sowas nicht antun wollte. Später machte er es aber mit einer PCIe-Karte von AVerMedia, die über einen VGA-Output verfügte. Und was hatten die Grafikkarten in den 90er-Jahren gehabt? Richtig, einen VGA-Anschluss.

Vorher musste aber ein entsprechender Rechner angeschafft werden. Eine Kontaktadresse war tatsächlich meine ehemalige Berufsfachschule, in der ich meine Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten vor gar nicht allzu langer Zeit abgeschlossen habe. Allerdings war zu der Zeit noch ein Bekannter drin, der mir da etwas mithelfen konnte. Kurz zuvor hatte ich für den potenziellen Rechner noch ein paar Komponenten bei eBay ersteigert. Die erste Komponente war eine Soundkarte der Marke Creative. Das war so das erste, an das ich dachte, wenns um Soundkarten geht: eine grundsolide SoundBlaster CT4670. Immerhin sorgt das für atmosphärische EAX-Effekte in Computerspielen, auch wenn diese eher aus viel Chorus und viel Hall besteht.

Das erste, was ich für den Retro-Rechner erworben habe: eine 3dfx Voodoo3 3000

Die andere Komponente, wo es eher interessant wird, ist die Grafikkarte. Mir wurde der hervorragende Rat gegeben, eine 3dfx Voodoo zu holen. Diese hatte seinerzeit einen guten Ruf und gerade bei Spielen, die in Verbindung mit solchen Karten noch besser aussehende Texturen brachte, würde die doch ganz gut passen. Konkret wurde mir zur Voodoo3 von 1999 geraten, die einen 2D- und 3D-Chip besaß und mir der Kauf einer 2D-Grafikkarte ersparte. Und viele Versuche brauchte es nicht, für sehr wenige 1,50€ (!!) ersteigerte ich eine Voodoo3 3000 mit AGP-Slot. Zwar brauchte es etwas, bis das gute Stück bei mir war, aber bei so einem Preis kann man wahrlich nicht meckern. 

Mit beiden Karten ging es zur Berufsfachschule, um nicht nur den Rechner abzuholen, sondern auch die beiden Karten einzubauen. Dann gabs erstmal eine kleine Enttäuschung: zwar hat man mir einen Rechner bereitgestellt, aber mit einem etwas frischeren AMD-System. Genau das, was ich nicht wollte. Es existierte ein Rollwagen mit einigen älteren Mainboards, wo ein Slot-Prozessor von Intel steckte. Eines davon sollte in den Rechner rein. Doch es musste erst mit dem Systemadministrator beraten werden, ob ich das überhaupt durfte. Da ich seine Lockerheit zu schätzen wusste, nickte er das Vorhaben ab.

Gesagt getan: AMD-Board raus, Intel-Board rein. Und natürlich die Sound- und Grafikkarte. Der Systemadministrator interessierte sich natürlich sehr für die Voodoo3. Beim ersten Betriebstest hing erstmal das BIOS beim Erkennen der Festplatte auf, die war mit 40 GB für so einen PC deutlich überdimensioniert. Doch durch eine Jumper-Einstellung konnte man den Speicherplatz auf 32 GB begrenzen, die das BIOS problemlos erkannte. Man wollte mich nicht ohne Eingabegeräte wegschicken, weshalb ich noch eine billige PS/2-Maus und eine billige PS/2-Tastatur bekam. Immerhin die PS/2-Maus befindet sich noch in meinem Besitz. Mit der Kiste ging es dann zurück nach Hause. 30 Minuten lang. In einer Straßenbahn quer durch Leipzig. Wäre es voll gewesen, wäre der Rechner eine prima Sitzgelegenheit gewesen. Daheim angekommen und da stand er nun: mein erster Retro-Rechner.

Das älteste Foto vom Retro-Rechner aus dem Jahr 2013

Der Retro-Rechner öffnete nun Tür und Tor für sämtliche Vorhaben, die sonst mit einem Emulator oder gar meinem ersten Retro-Notebook (ein Toshiba Satellite 200CDS von 1996, den ich 2012 für ca. 20€ bei eBay ersteigert habe) nicht möglich gewesen wären. Aber vorher muss verständlicherweise alles eingerichtet werden. Betriebssystem wurde – ganz klar – Microsoft Windows 98 SE, die so ziemlich beste Wahl, um sämtliche Spieletitel aus den 90er spielen zu können. Die Treiber für Sound und Grafik fanden sich im Internet genauso schnell wie auch die für die eingebaute Realtek-Netzwerkkarte. Mangels Router war ich damals noch nicht in der Lage, die Dateien über das Netzwerk zu übertragen, weshalb ich es mit einem Treiber versucht habe, der es erlaubte, auf USB-Speichermedien zuzugreifen. Dieser konnte wenigstens über eine 3,5“-Diskette übertragen werden.

So erstaunlich es einem auch vorkommt: das Mainboard stammt aus einem HP-Komplettrechner, wofür mir bis heute ulkigerweise eine Blende fehlt, seitdem hat man einen relativ freien Blick in das Gehäuseinnere. Neben den Basics wie PS/2, Seriell und Parallel verfügte diese aber auch über zwei USB-Anschlüsse. Perfekt, um die Treiber zu übertragen. Und schon hatte ich ein voll eingerichtetes und noch schlankes Windows 98 vor mir. Sämtliche Spiele, wovon ich wusste, dass sie woanders nicht so gut funktionieren würden wie Road Rash oder Autobahn Raser liefen geradezu perfekt auf der Kiste, dank 3dfx-Karte kamen auch die Glide-Effekte nicht zu kurz. Mit King of the Road stieß der Rechner schon an seine Grenzen, denn dieses Spiel von 2001 ruckelte gewaltig. Dann kam aber die erste Enttäuschung bei Dungeon Keeper: keine Musik.

Der Desktop von Windows 98 SE samt geöffneten Systeminformationen

Die Lösung wurde schnell gefunden. Es fehlte ein Verbindungskabel zwischen CD-Laufwerk und Soundkarte. Schnell ein entsprechendes bei eBay rausgesucht, gekauft, eingebaut und schon war auch diese Kleinigkeit gelöst. Durch die Tatsache, dass das Mainboard aus einem Komplettrechner stammt, konnte man auch nicht einfach so die Frontpanel verkabeln, da die Aufschriften komplett fehlten und ich mit einer Notlösung auskommen musste. Ein findiger Mitbewohner hatte mir allerdings dabei geholfen, die Frontpanel des Gehäuses zu verkabeln durch langes Rumprobieren. Ulkigerweise funktioniert bis heute das Reset-Loch nicht.

Mit dem Verkauf meines Acer-Notebooks kaufte ich mir dann eine Capture-Karte, womit ich dann auf meinem damaligen YouTube-Kanal erstmals ältere Spiele auf einem älteren System ausprobieren wollte. Die Wahl fiel auf die Shareware-Version des Jump&Run-Spiels Jazz Jackrabbit. Und so geht alles seinen Lauf, gerade dieser Rechner wurde für viele Spiele eingesetzt. Trotz der Tatsache, dass mit der Zeit noch einige Retro-Rechner dazukamen, um auch die anderen Epochen einzuholen. Im gleichen Jahr kam zum Beispiel ein Pentium-75-System dazu, später gab es ein Athlon-1000-System, ein 486er und so weiter. Allerdings lief keiner so stabil wie mein erster. Die Anzahl der Neuinstallationen beläuft sich bis heute auf eine einzige und das einzige Teil, was oft ausgetauscht wurde, war das Laufwerk, welches aktuell ein CD-Brenner ist. Sonst ist noch alles beim alten geblieben.

Auch wenn das Gehäuse nicht das schönste ist, es ist zumindest stabil. Diesem verpasste ich auch im Laufe der Zeit sowohl einen Pentium-II- als auch einen 3dfx-Aufkleber. Heute wird der Rechner immer noch hin und wieder verwendet, um Spiele aus der späten Windows-95- bzw. frühen Windows-98-Ära auszuführen. Spiele, die bis zum Jahr 1999 erschienen sind, laufen zum größten Teil mehr als spielbar und absolut flüssig, es sei denn, man kommt mit mies optimierten Sachen wie „Ultima IX: Ascension“ oder „Outcast“ um die Ecke. Spiele ab der Jahrtausendwende sind eher weniger eine gute Idee, zumal man sich da eher auf kleinere Titel beschränken sollte. Sonst ist es aber ein grundsolider Retro-Rechner, dessen Nachbau ich nur empfehlen kann.

Und wer aufgepasst hat, hat diesen Rechner sicher schon mal auf der gamescom im Jahr 2017 als spielbares Ausstellungsstück in Halle 10.2 gesehen. Man konnte damit „Star Trek Pinball“ spielen.

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Bewertung: 5.0/5 (6)

Ich vermisse Spiele aus den 90ern und 2000ern!

FloosWorld am 1.Februar 2018 um 20:02:54

Je älter man wird und je mehr die Zeit voranschreitet, desto öfter hört man Sprüche, wie etwa das bekannte „Früher war alles besser!“ und ähnliche, egal in welchem Bereich, sei es nun Musik oder Gaming. Sowas ist normal, denn es wird immer Menschen geben, welche sich nicht jedem Trend anpassen wollen. Mir geht es genauso, denn ich möchte mich nun mal nicht allem neuen beugen. Aber auch ich mache bei modernen Trends mit, auch wenn ich davon wenig begeistert bin. So nutze ich nun Windows 10 und spiele darauf die Open Beta von Age of Empires: Defenitive Edition, nachdem ich im August 2017 die Windows 10 Exklusivität kritisiert habe und Microsofts Verhalten mit einem Kindergeburtstag verglichen habe. Hinter dieser Meinung stehe ich nach wie vor, denn Microsoft schafft es nicht die Defenitive Edition auf Steam zu veröffentlichen, da man Xbox Live als primäre Gamingplattform sieht. Schwachsinn, da selbst Ubisoft seine Spiele auf Steam veröffentlicht und auch dadurch auch mit der Publishereigenen Plattform Uplay verbindet. Aber gut, ich schweife von meinem eigentlichen Thema ab.

Mir sind in den letzten 6 Jahren, seit ich nun Steam, Origin, Uplay und GOG nutze einige Dinge aufgefallen, welche mich an der heutigen Gaminglandschaft ankotzen und zu denen ich gut und gerne den von mir am Anfang erwähnten Spruch sagen kann, denn ich finde, dass die heutige Gamingwelt aus ihren früheren Tagen lernen kann. Hier sind nun meine Dinge, welche ich an der Gamingwelt der 90er und 2000er super fand und welche man heute wieder bringen sollte.

Physische Medien und Laufwerke

In Zeiten der Digitalisierung rücken Physische Medien, als Spiele ausschlieslich auf CD/DVD ausgeliefert worden sind immer mehr in den Hintergrund. Dies scheint schon einen neuen Punkt erreicht zu haben, denn es gibt heutzutage auch PC Nutzer, welche komplett auf ein eingebautes DVD-Laufwerk verzichten. Mir persönlich hat es als Kind immer wieder Spaß gemacht die Hülle von dem Spiel, welches ich da gerade Spiele in den Händen zu halten, da es sich einfach besonders anfühlt und man mehr auf sein Spiel achtet. Publisher begründen das Sterben der Physischen Medien damit, dass dies sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr lohnen würde, was sehr sehr schade ist. Eine Kompromisslösung scheint zu sein, dass Spiele zwar als Hülle ausgeliefert werden, aber sich im inneren nur der Downloadcode befindet, welcher das Spiel wieder mal an eine Plattform wie Steam oder Origin bindet, was mich zu meinem zweiten Punkt führt.

DRM, was ist das?

Digital Rights Management, besser bekannt als DRM sorgt dafür, dass Digitale Angebote mit einem Schutz versehen werden, der Unbefugten den Zugriff darauf verwehren soll. Man kennt das z.B. vom PayTV mit Sky und deren Onlineangebot SkyGo oder auch durch Steam & co. Einmal den Key eingegeben und das Spiel ist an den Account gebunden und der Weiterverkauf wird dadurch unmöglich. Eines der ersten Spiele, welche für einen Aufschrei gesorgt haben, war Half Life 2. Gut, es gibt Lichtblicke mit GOG.com, welche darauf vertrauen, dass der Spieler mit dem gekauften Spiel schon das richtige tun wird und er das Spiel ohne Einschränkungen an seine Freunde verteilen kann, leider sind solche Lichtblicke viel zu selten. Der Sinn des DRMs soll sein, dass Raubkopien damit eingedämmt werden, für mich ist das ganze nur eine Schikane. Raubkopierer wird es immer geben, denn es ist für solche Leute ein leichtes den Steam-Kopierschutz auszuhebeln.

Mehrere Größen bei der Installation

Dieser Punkt ist mir besonders durch die Beta von Age of Empires: Defenitive Edition aufgefallen, da diese 17 GB groß ist. Hierbei geht sehr viel Speicher für die Grafik drauf, denn AoE: DE remastert das erste Age of Empires mit 4K-Texturen und einem stufenlosen Zoom. Für mich ist das aber uninteressant, da ich keinen 4K-fähigen Monitor habe, genauso, wie es Spieler gibt, welche nur 4K haben wollen. Heutige Spiele kommen mit einer festen Größe daher und zwingen den Spieler dazu alle Inhalte runterzuladen, egal, ob man sie nun braucht, oder nicht. Warum kann man nicht beide Gruppen zufriedenstellen und einen Installer mit verschiedenen Optionen anbieten, so wie es früher der Fall war? Dadurch würde nicht so viel Speicher auf der Festplatte mit Texturdateien vollgestopft werden. Installer von 90er und 2000er Spielen hatten meistens 3-4 verschiedene Installationsoptionen, je nachdem, was man haben wollte: Minimal, Standard, Voll, Benutzerdefiniert oder auch nur eine reine Multiplayerinstallation.

Demos

Früher, als das Internet noch nicht so stark verbeitet war und Spielemagazine höhere Auflagen hatten, da hatte man sich immer auf sie gefreut: Demos! Zeitschriften wie GameStar, PC Games, Computer Bild Spiele hatten meist CDs, welche mit Demos vollgestopft waren zu damaligen Toptiteln. Der Sinn dahinter: Bevor man einen Fehlkauf begeht nochmal testen, ob die Hardware das Spiel packt und ob einem das Spiel gefällt. Heutzutage sind Demos immer seltener geworden und lassen sich meist nur noch beim neuesten Fifa finden. Haben Publisher etwa Angst vor Kritik, welche es vorab geben kann?

Fordernde Spiele

Spiele werden immer leichter! Das ist die auffälligste Beobachtung, die ich in den 6 Jahren meiner Spielerkarriere bei Steam gemacht habe, besonders dann wenn Spielereihen wie Thief oder Deus Ex ein Reboot bekommen. Bei Deus Ex kann ich es noch verschmerzen, da Human Revolution und Mankind Devided beides großartige Spiele sind, aber das 2014er Thief war meine größte Spielenttäuschung bisher: Per Knopfdruck die „Fokusfunktion“ aktiviert, welche alle Beutestücke farbig markiert und eine Automap, welche uns gerade verrät, wo wir uns befinden und wo das nächste Ziel ist. Wo bleibt da die Herausforderung? Weder The Dark Project, noch The Metal Age und Deadly Shadows haben eine Automap oder Fokusfunktion benutzt, was das Spiel zusätzlich spannend gemacht hat. Alles, was man hatte, war Garretts per Hand gezeichnete Karte, welche eventuelle wichtige Punkte markiert und blaue Farbe auf dem Bereich, in dem wir uns gerade aufhalten. Mich regt es einfach auf, dass Spiele heutzutage den Spieler bei der Hand nehmen und ihm alles vorkauen, besonders bei Spielen mit Quick-Time-Events, in denen schnelles Knopfdrücken angesagt ist.

Spiele werden auch immer Linearer. Beispiele dazu sind Stealth-Titel wie Hitman: Absolution, das 2014er Thief und auch Deus Ex. Während die Präsentation Hollywoodreif wirkt, leidet die Variation darunter: Meist haben wir nur einen Weg zur Auswahl, wie wir das Ziel erreichen. Absolution enttäuschte mich zudem mit dem Punktesystem, welches bei jedem Level mitlief und mich als Spieler unter Druck setzte, wenn man mal bei einem schlechten Durchgang mehr als die Zielperson tötete.

Leider lassen sich richtig fordernde Spiele meist nur im Indiebereich finden, während AAA-Spiele weiterhin auf ihre einfache Art setzen.

LAN-Multiplayer

Der LAN-Multiplayer scheint heute ein Relikt vergangener Tage zu sein, denn der momentan dominierende Mulitplayermodus ist Online. Klar, man kann sich mit mehreren Leuten in einem Raum setzen und z.B. Battlefield 1 spielen, das ersetzt aber nicht das selbe Gefühl, dass Battlefield 1942, Vietnam, 2 und 2142 ausstrahlten, da diese auch noch einen LAN-Modus mit Botunterstützung hatten. Age of Empires: Defenitive Editon hätte auch keinen LAN-Modus bekommen, wenn dieser nicht gewünscht worden wäre.

Ich denke Publisher wollen da auch Schwarzkopien ihrer Spiele verhindern, da man bei LAN-Sessions meistens die gleiche Kopie für alle hatte.

Addons, nicht DLCs!

Ein Begriff, über den ich mich aufregen könnte ist Downloadable Content, besser bekannt als DLC. Erweiterungen zu Spielen, manche mehr und manche weniger sinnvoll. Früher war es in den Meisten fällen so, dass Addons ihren Hauptspielen gleichwertig waren oder sie noch zusätzlich verbessert hatten. Positive Beispiele sind Age of Empires: Rise of Rome, Grand Prix 3: 2000 Season, Age of Empires 2: The Conquerors oder auch GTA: London 1969 und 1961.

Es gibt aber auch Negativbeispiele bei Addons, etwa die zu Sims 1 und 2. EA ist in dem Sinne auch der Erfinder der modernen DLCs, da die Erweiterungspakete zu den ersten beiden Sims-Teilen gerade mal so viel hinzugefügt haben, dass hier und da eine Kleinigkeit verbessert wurde. Zudem waren die Erweiterungen zu Sims 2 teilweise Kopien der Erweiterungen des ersten Sims, nur mit ein wenig Zusatzinhalt. Nightlife für Sims 2 ist im Grunde eine etwas erweiterte Version von Hot Date für Sims 1.

Das erste DLC, welcher einerseits kritisiert wurde, aber andererseits auch gut verkauft wurde, war die berühmte Pferderüstung für The Elder Scrolls IV: Oblivion. Knapp 2 € wurden hier verlangt, damit das Pferd eine goldene Rüstung erhält.

Innovation

Als Codemasters zu F1 2013 die Funktion Sessions zwischenzuspeichern ankündigte und als große Neuerung anpreiste, zuckte ich nur mit den Schultern und startete Grand Prix 3. Dieser mittlerweile 18 Jahre alte Titel hatte im Jahr 2000 bereits die Funktion ein Rennen zu jeder Zeit zwischenzuspeichern und von da aus wieder aufzunehmen.

Heutige Spiele fügen Elemente aus Klassikern ein, welche lange nicht mehr da waren und werden als Trendsetter gefeiert. Traurig, aber leider wahr.

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